32/33 Pok3.1

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Spieldaten
Wettbewerb Goldpokal 3. Runde - Wiederholungsspiel
Saison Saison 1932/1933
Ansetzung 1.SV Jena : VfB Coburg
Ort Stadion des 1.SV Jena
Zeit So 11.12.1932 14:00
Zuschauer 3.000
Schiedsrichter Krahl (Apolda)
Ergebnis 3:2 (1:0)
Tore
  • 1:0 Bachmann (11.)
  • 2:0 Schüßler (47.)
  • 3:0 Bachmann (66.)
  • 3:1 Graßmann (80.)
  • 3:2 Schmidt (83.)
Andere Spiele
oder Berichte

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Aufstellungen

Jena
Großkopf
Opatz , Ketteritzsch
Sturm , Werner , Grübner
Thier , Köditz , Bachmann , Schüßler , Kleinsteuber


Coburg
Kern
Keßler , Malter
Eller , Langguth , Heyn
Gesser , Büttner , Penninge , Schmidt , Graßmann

Spielbericht

Kicker :

Das Pokalwiederholungsspiel 1.SV Jena : VfB Coburg sah die Jenaer mit 3:2 (1:0) knapp siegreich .


Jenaische Zeitung :

Beinahe hätte das Pokalwiederholungsspiel denselben Ausgang genommen wie in Coburg , nämlich dann vielleicht , wenn sich die Gäste etwas eher aufs Toreschießen besonnen hätten . Der Ausgleich wäre durchaus möglich , dann jedoch unverdient gewesen , denn die Gäste zeigten wirklich nicht das Können , das ihnen eine gute Kritik im voraus zuerkannte . Wirklich gut war eigentlich nur der rechte Verteidiger , gefährlich im Sturm nur der Linksaußen . Die Läuferreihe der Coburger kam erst im Schlußviertel zu einiger Entfaltung , während sie in der ersten Halbzeit mit "konstanter Bosheit" die Vorlagen über die Stürmer zur feindlichen Verteidigung gab . Die gefährliche linke Sturmseite der Coburger mit dem schnellen Thüringer 200-Meter-Meister Gesser als Außen fand ihren Meister in Grübner , der ein selten erfolgreiches Störungsspiel vorführte . Mit ihrer guten Kopfballtechnik konnten die Südthüringer Spieler wohl den ball weiterbringen , verlangsamten aber dadurch oft ihr Angriffstempo so , daß die Jenaer Verteidigung immer wieder Zeit zur Zerstörung der Kombination fand . Viel durchschlagskräftiger waren dagegen die Angriffe der Jenenser . Gleich zu Anfang lagen sie gefährlich vor dem Coburger "Heiligtum" . " Sie sind im Schwung !" oder "Das sind doch ganz andere Angriffe !" so oder so hörte man allseitig sagen . Und wirklich , es sah für Coburg beängstigend aus . Endlich klappte ein Angriff von rechts , Bachmann nahm beinahe im Fallen den ball trotz Bedrängnis kurz vor dem Coburger Tor auf und schoß links neben den verdutzten Gästetorwart ein . Eine feine Leistung , bei der den Jenensern aber das Glück zur Seite stand . Durch dieses erste Tor ließen sich die Coburger aber noch nicht entmutigen . Sie verdoppelten ihre Anstrengungen und kamen gut auf . Zum Ausgleich langte es aber nicht , und Großkopf im Jenaer Tor bekam nur einige schwierige Bälle zu halten . Zu einem glatten Siege schien sich das Spiel dann für den Sportverein zu gestalten , als er durch Schüßler und Bachmann in der zweiten Spielhälfte zur 3:0-Führung gelangte . Das zweite Tor hatten die Coburger anscheinend stark niedergeschlagen , denn dieser Erfolg war ein reiner Glückstreffer für Jena . Schüßler hatte mit ungünstiger Körperhaltung einen schwachen Schuß aufs feindliche Tor abgegeben . In dem Augenblick nun , in dem sich Coburgs Torwart zum Empfang des Balles anschickte , sprang dieser so unglücklich von dem hart gefrorenen Boden ab , daß er , von niemanden erwartet , doch seine Weg ins Netz fand . Nun folgte eine Periode der völligen Ueberlegenheit Jenas , und während dieser Zeit gelang es dann Bachmann , einen steil vorgegebenen Ball , ebenfalls ganz überraschend , abzulenken und ihm an den sich werfenden VfB-Hüter vorbei die Bahn ins Tor freizumachen . Wie man will , auch das war schließlich Glück , das zum Können trat . Dann nahm plötzlich der Kampf eine ganz andere Wendung . Die Coburger kamen in den letzten 18 Minuten des Spieles in eine ihnen nicht mehr zugetraute Form . Bei einem Schuß von links passierte Großkopf dasselbe wie seinem Gegenüber beim zweiten Tore . Der Ball sprang durch den harten Boden ebenso unglücklich aus seinen Händen , so daß der wirklich nicht sehr geschickte Rechtsaußen Coburgs ohne Mühe über den Jenaer Torwächter einsenden konnte . Jetzt hörte der Druck der Gäste nicht mehr auf . Es fanden sich auch einige Zuschauer , welche die Anstrengungen der Coburger unterstützten , die denn auch bei einem linken Angriff durch einen groben Fehler Großkopfs zum zweiten Erfolg kamen . Der Ausgleich hing in der Luft , der Endspurt war aber zu spät angesetzt , so daß den Zuschauern bei guter Kälte eine Verlängerungszeit erspart blieb . Die Jenenser haben trotz des recht knappen 3:2-Ergebnisses verdient gewonnen . Ihr drangvolles Stürmerspiel und ihr ausgezeichneter Mittelläufer Werner sicherten die Beteiligung an der nächsten VMBV-Pokalrunde . Wir haben uns besondere Mühe gegeben , diesmal das Spiel Werners zu beobachten und haben uns oft gefragt : "Wie wäre das Spiel wohl ohne ihn ausgegangen ?" . Von beiden Mannschaften konnte ihm keiner das Wasser reichen . Man denke doch nur einmal an die Vorlagen , die Thier erhielt , man denke an das Umspielen seiner Gegner ! Wer hat Werner fallen sehen ? Wer hat gemerkt , daß ihm der knochenharte Boden mit seinen vielen Unebenheiten Schwierigkeiten bereitete ? Welcher Ball kam von Werner nicht an seinen Mann ? Doch genug des Lobs - es genügt zum Schluß festzustellen , daß er allein dem Sportvereinsspiel Ziel und Richtung gab . Das Eckenverhältnis war 4:2 für Jena . Die Anzahl der Zuschauer schätzen wir auf 2500 .