32/33 Pok5
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Goldpokal 5. Runde |
| Saison | Saison 1932/1933 |
| Ansetzung | 1.SV Jena : Spfr. Leipzig |
| Ort | Stadion des 1.SV Jena |
| Zeit | So 12.02.1933 15:00 |
| Zuschauer | 2.000 |
| Schiedsrichter | Kröger (Gera) |
| Ergebnis | 5:0 (1:0) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellungen
- Jena
- Großkopf
- Opatz , Ketteritzsch
- Sturm , Werner , Grübner
- Thier , Köditz , Bachmann , Schüßler , Kleinsteuber
- Leipzig
- Gottschalk
- Krampe , Lange II
- Bergmann , Richter , Kriegel
- Lässig , Reinstein , Lange I , Klepsch , Riedel
Spielbericht

Es war den Leipzigern schon vorher ein schwerer Gang nach Jena prophezeit worden . Wahrscheinlich hofften sie aber zu sehr auf ein Wiederaufleuchten alten Glanzes , als sie (man kann es wirklich kaum glauben und möchte beinahe lachen) obendrein noch beantragten , das Spiel sollte vom VfB-Platz auf den Sportvereinsplatz , also in die Höhle des Löwen , verlegt werden ; denn das wollen wir an dieser Stelle nachholen - das Spiel war vom Verband satzungsmäßig auf dem in diesem Falle neutralen VfB-Spielfeld angesetzt , aber dann allen Satzungen und auch sportlichen Gepflogenheiten widersprechend , " mit Einverständnis beider Gegner" zum Nachbar verlegt worden , weil man angeblich glaubte , auf einem etwas größeren Spielfelde einen sportlich einwandfreieren Fußballkampf austragen zu können . Für ihren Sonderwunsch haben die Leipziger nun eine entsprechende Quittung erhalten , und sie werden wohl manchmal in ihrem "Aufbauspiel" den etwas kürzeren VfB-Platz herbeigewünscht haben . Wenn die Leipziger vielleicht annahmen , den Einnahmeanteil durch ihren Sonderwunsch erhöhen zu können , so hatten sie auch darin Pech ; denn mit 1800 zahlenden Besuchern , von denen nur 160 auf die Tribünen entfielen , blieb der Besuch hinter den Erwartungen und bisherigen Schätzungen weit zurück . Aber wie gesagt , das ist Pech . Von Leipzig her lassen sich solche Verhältnisse ohne Inaugenscheinnahme eben nur vom Hörensagen beurteilen , und so muß man denn das Extrawürstchen mit einer 5:0-Niederlage bezahlen . Um es gleich vorauszuschicken , wir glauben beileibe nicht , daß etwa die Gäste auf dem VfB-Platz gewonnen hätten ; denn dazu waren die Leistungen der Leipziger gegenüber denen der Jenenser viel zu schlecht . Dieses Pokalspiel war überhaupt eine überraschend einseitige Angelegenheit für Jena . Man vergegenwärtige sich bei dem 5:0-Resultat , das wir als voll verdient bezeichnen , nur einmal den Tabellenstand der Sportfreunde . Nach Minuspunkten sind sie neben die Spielvereinigung Leipzig zu setzten und nehmen neben dem Tabellenführer Wacker und dem Zweiten , VfB , die drittgünstigste Position mit der Spielvereinigung ein . Damit ist zur Genüge die derzeitige Spielstärke des 1.SV Jena gekennzeichnet , und es erübrigt sich jede Auseinandersetzung über Großleipzigs und Ostthüringens Fußballstärke . 5:0 ist zu eindeutig , auch der Spielverlauf war es ; denn zumeist lagen die Jenenser im Angriff . Ihre Stürmer , durch ihre ausgezeichnete Läuferreihe gezwungen , konnten beinahe gar nicht anders , als immer anzugreifen . Zwar wollte in der 1.Halbzeit nur das typische "Köditz-Kopfballtor" glücken , doch dann , als in der 2.Halbzeit die Ruhe von der Pause her überwunden war , ging es Schlag auf Schlag . Kleinsteuber schoß so straff , daß dem guten Gästetorwart der Ball von der Brust ins Tor prallte . Bachmann schoß Nr. 3 in die rechte untere Ecke , und dann kam das vielleicht schönste 4. Tor , das wiederum Köditz nach feiner Kombination aus einer Steilvorlage mit sicherem Schuß erzielte . Bachmann schoß dann noch den 5. Treffer , wobei der Leipziger Torwart allerdings Pech in seiner guten Abwehr hatte . Leipzigs Mannschaft enttäuschte stark . Mit einem solchen Sturm ist eben gegen eine Verteidigung Opatz-Ketteritzsch nur wenig zu machen . Vor allem aber war die Ueberlegenheit Werners als Mittelläufer so groß , daß ihn zuletzt überhaupt kein Leipziger mehr ernstlich angriff . Auch Grübner gefiel uns diesmal ausnehmend gut . Die besten Leute Leipzigs waren Mittelstürmer , rechter Verteidiger und Tormann . Alle anderen Spieler stellen wirklich kein anderes Spielermaterial dar , als wir es sonst in Ostthüringens Spitzenmannschaften zu finden pflegen . Selbstverständlich hätte Leipzig das Ehrentor verdient , aus einigen guten Angriffen wäre vielleicht auch ein 2.Gegentor möglich gewesen . Die Chancen standen aber zu denen der Jenenser in keinem Vergleich , was ja auch das hohe Eckenverhältnis für Jena beweist . Bewundert haben wir bei Leipzig den unermüdlichen Eifer , der auch bei der Aussichtslosigkeit ihres Kampfes nie nachließ . Der weiche Boden stellte an die Spieler große Anforderungen , um so mehr ist es zu bewundern , daß die Sportvereinsmannschaft dieses mit großer Energie geführte Spiel in dem angeschlagenen schnellen Tempo durchhielt . Der Schiedsrichter erfüllte seine Aufgabe gut , fand aber auch in beiden Mannschaften verträgliche Gegner vor.
Jenaische Zeitung vom 13.02.1932
Spiele
5. Runde (12.2.33)
- Fortuna Leipzig : Staßfurt 09 6:1
- Dresdner SC : Teutonia Chemnitz 8:0
- Chemnitzer BC : Riesaer SV 1:2 n.V.
- SuBC Plauen : VfB Chemnitz 2:1
- Sturm Chemnitz : Ring Greiling Dresden 1:0
- SC Zwickau : Guts Muts Dresden 1:0 n.V.
- Wacker Halle : Wacker Bad Salzungen 9:0
- Wacker Nordhausen : VfL Schönebeck 6:1
- VfL Bitterfeld : Polizei SV Chemnitz 2:3
- SV Merseburg 99 : VfB Zwenkau 4:2
- in Sonneberg : SV Steinach 08 : SC Apolda 2:1
- 1.SV Jena : Spfr. Leipzig 5:0
- SpVgg Zella-Mehlis 06 : SV Halle 98 2:5
- in Saalfeld : SV Kahla : VfL Neustadt 1:2
- in Worbis : VfL Duderstadt : Wacker Leipzig 1:8
- Fortuna Magdeburg : VfL Neumark 0:1