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{{Spieldaten | |||
|Wettb = [[Mitteldeutsche Meisterschaft]] Vorrunde | |||
|Saison = [[Saison 1932/1933]] | |||
|Ansetz = VfB Glauchau : 1.SV Jena | |||
|Ort = Sportplatz des SC in Zwickau | |||
|Zeit = So 12.03.1933 15:00 | |||
|Zusch = 4.000 | |||
|Schiri = Diener (TuB Leipzig) | |||
|Resul = 3:2 n.V. (2:0 , 2:2) | |||
|Tore = | |||
* 1:0 Häußler (29.) | |||
* 2:0 Fuchs (39.) | |||
* 2:1 Köditz (55.) | |||
* 2:2 Schüßler (87.) | |||
* 3:2 Häußler (103.) | |||
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==Aufstellungen== | |||
; Glauchau : | |||
: ? | |||
: ? , ? | |||
: ? , ? , ? | |||
: ? , Häußler , Fuchs (68.{{RK}}) , ? , ? | |||
; Jena : | |||
:Großkopf | |||
:Opatz , Ketteritzsch | |||
:Sturm , Werner , Grübner | |||
:Thier , Köditz , Bachmann , Schüßler , Kleinsteuber | |||
==Spielbericht== | |||
Kicker : | |||
Diese Ausnahme darf man wohl in der Schlappe des 1.SV Jena durch den VfB Glauchau erblicken . In Zwickau unterlag die letzthin recht erfolgreiche Jenenser Mannschaft der im Angriff energischer um die Entscheidung kämpfenden Glauchauer "Truppe" mit 2:3 (2:2 , 0:2) also erst in der Verlängerung . | Diese Ausnahme darf man wohl in der Schlappe des 1.SV Jena durch den VfB Glauchau erblicken . In Zwickau unterlag die letzthin recht erfolgreiche Jenenser Mannschaft der im Angriff energischer um die Entscheidung kämpfenden Glauchauer "Truppe" mit 2:3 (2:2 , 0:2) also erst in der Verlängerung . | ||
Jenaische Zeitung : | |||
Die Kämpfe um die Mitteldeutsche Fußballmeisterschaft bilden stets Höhepunkte in der Spielsaison , treffen sich doch in diesen die Besten aller Gaue . Die Vereinsleitungen sind daher auch bestrebt , das spielerische Können der beteiligten Mannschaften für diese Kämpfe einem bestimmten Höhepunkte zuzuführen . Während die Glauchauer Mannschaft von der 1. Minute an bewußt war , daß sie mit einem gleichstarkem Gegner gepaart war , konnte man in der Jenaer Mannschaft von Kampfgeist , wie man es sonst von ihr gewohnt ist , nicht viel bemerken . Es mag sein , daß die letzten Anstrengungen der Jenaer Mannschaft im Kampfe um die Gaumeisterschaft und die 5 vorhergegangenen Vereinspokalspiele einen großen Verbrauch an Nerven verursacht haben , was sich bei der verhältnismäßig jungen Jenaer Mannschaft in diesem Spiele besonders auswirkte . Um so mehr beeinträchtigten sonstige äußere Umstände , wie schlechter Platz , hartes Spiel des Gegners und fragwürdige Schiedsrichterleistungen die Leistungen einer solchen Mannschaft ganz besonders . | |||
Ungefähr 4000 Zuschauer umsäumten das Spielfeld als die Mannschaften unter lebhaftem Beifall erschienen . Der Strafraum des einen Tores bildete ein tiefes Schlammbad , während das übrige Spielfeld in guter Verfassung war . Glauchau wählt ersteres Tor als Angriffspunkt , so daß Jenas Verteidigung in diesem tiefen Boden ganz schwere Arbeit zu verrichten hat . Sofort von Spielbeginn ab versucht Glauchau durch wuchtiges und schnelles Spiel eine Entscheidung herbeizuführen . Brenzliche Minuten entstehen vor Jenas Tor . Immer wieder kommen Steilvorlagen in Jenas Strafraum . Insbesondere kommt die linke Seite Glauchaus immer wieder durch . Grübner ist nicht in der Lage , diese Angriffe abzuriegeln . Der Mittelstürmer Fuchs , Glauchau , dirigiert seinen Innensturm immer in Großkopfs Nähe , so daß dieser wiederholt , mitunter nur durch letzten Einsatz seines Körpers , Tore verhindern kann . Eine solche Gelegenheit führt auch eine Verletzung desselben herbei , so daß das Spiel kurze Zeit unterbrochen wird . | |||
Zum Gedenken unserer Gefallenen ruht das Spiel 3,15 auf 1 Minute und größte erhebende Stille liegt über dem Spielfelde . | |||
Nach Wiederbeginn greift Glauchau sofort wieder an , aber erst nach der 4. Ecke gelingt Fuchs eine Steilvorlage an seinen Halblinken , der das 1. Tor schießt , welches Großkopf hätte halten müssen , wenn er nicht erst kurz vorher verletzt worden wäre . 29. Minute . Fast 10 Minuten später erzielt Fuchs diesmal selber aus kurzer Entfernung das 2. Tor . Noch in der Schlußminute der Halbzeit vergibt derselbe Spieler eine Torchance . Ecken 7:2 für Glauchau . In dieser 1. Halbzeit war Jenas Sturm nicht in der Lage , die bessere Spielhälfte zu Erfolgen auszuwerten , und es konnte in dieser Zeit nur Thier gefallen . Man erkannte schon jetzt , das insbesondere Werner als Mittelläufer seine sonstige Form nicht erreichte und auch seine Schnelligkeit zu wünschen übrig ließ . Daneben fiel auch Grübner stark aus , so daß der Sturm Jenas von dem schnellen Gegner leicht abgewehrt werden konnte . | |||
Sofort nach Wiederbeginn ist Glauchau wieder durchgebrochen , und es läuft der Schuß des Linksaußen an der Latte entlang . Jena nutzt jetzt die Schwierigkeit der schlammigen Spielhälfte ebenfalls stark aus . Glauchau spielt wiederholt hart . In der 55. Minute erhält Jena einen Strafstoß kurz vor dem gegnerischen Strafraume . Glauchau bildet eine Mauer . Werner schießt rechts an dieser vorbei zu Schüßler , welcher sofort flankt und Köditz vollendet das 1. Tor . Dieser Erfolg macht Jena neuen Mut . Aber schon ist die neue Enttäuschung da . Ein wunderbares 2. Tor gibt der Schiedsrichter , nachdem er Tor gepfiffen hat , nicht und läßt aus irgendeinem Grunde Abstoß machen . Eine große Fehlentscheidung , die auch von den zahlreichen Zuschauern nicht verstanden wird ! | |||
Nachdem er auch einen Elfmeter für Jena wegen ganz offensichtlichen rohen Spieles im Strafraume Glauchaus nicht gibt , Köditz wird glatt kurz vor dem Tore von zwei Glauchauern zur Strecke gebracht , kann man sich des Eindrucks nicht erwehren : das Spiel kann Jena nicht gewinnen . Der Schiedsrichter Diener , Leipzig , ist zu schwach . Das Spiel wird immer härter . Der Mittelstürmer Fuchs , Glauchau , vergißt sich und muß das Spielfeld verlassen . Zur Verstärkung der Jenaer Läuferreihe wird Kleinsteuber zurückgenommen und Grübner geht auf Rechtsaußen . Thier tauscht mit Bachmann . Jena versucht mit aller Gewalt den Ausgleich , der auch unter lebhaftem Beifall der wenigen Jenaer Schlachtenbummler kurz vor Schluß durch Schüßler gelingt . Ein drittes Tor für Jena liegt in der Luft , und nur der Schlußpfiff rettet Glauchau . | |||
Unter all diesen Umständen war es nunmehr Pflicht der Jenaer Mannschaft , das Spielergebnis in den zweimal 15 Minuten zu halten , da nach der ganzen Einstellung der Glauchauer Mannschaft usw. an einen Sieg auf diesem Platze nicht zu denken war . Es mußte dies um so mehr zu erreichen sein , als Glauchau ja nur mit 10 Mann weiter spielen konnte . Aber gerade in dieser Verlängerung ließ Jena wieder stark nach . Man verwendete gerade jetzt wenig Aufmerksamkeit auf das Abdecken der Gegner , so daß Glauchau mit seinen vier Stürmern wieder gefährlich werden konnte . In der 13. Minute der ersten Verlängerung konnte der Halblinke , Häußler-Glauchau , das siegbringende Tor , nachdem er sich fast ungehindert durchgewunden hatte , aus kurzer Entfernung placiert einschießen . | |||
Lebhafter Jubel umgibt den Sieger , der heute durch ein hartes , aber schnelles und wohldurchdachtes Spiel siegen mußte . Die Läuferreihe war bestimmt der beste Teil der Mannschaft . | |||
In Jenas Mannschaft überragte Thier im Sturm , auch der linke Läufer Sturm konnte sehr gut gefallen . Die Verteidigung leistete ganz große Arbeit . Auch Großkopf tat seine Pflicht . Der Schiedsrichter Diener , Leipzig , welcher Jena auch in der Verlängerung ohne ersichtlichen Grund ein weiteres Tor annullierte , konnte nicht gefallen . Die Schiedsrichter solcher Spiele müßten größere Form nachweisen . Durch den Verlust dieses Spieles ist die Jenaer Mannschaft aus dem weiteren Wettbewerbe um die Mitteldeutsche Verbandsmeisterschaft bereits in der 1. Runde ausgeschieden , und wieder einmal hat sich ergeben , daß Westsachsens Boden für Jena stets gefährlich gewesen ist , wenn auch diesmal die Gesamtleistung der Jenaer Mannschaft stark unter der sonstigen Form lag . Mögen der Mannschaft in dem weiteren Pokalwettbewerbe bessere Erfolge beschieden sein . | |||
Bericht von Erich Fröhlich in der Jenaischen Zeitung vom 13.03.1933 | |||
==Spiele== | |||
Vorrunde 12.03.33 | Vorrunde 12.03.33 | ||
* | * (Ring-Platz) Dresdner SC : Viktoria 03 Zerbst 8:1 | ||
* (SpVgg-Platz) SC Erfurt : SpVgg Gelb-Rot Meiningen 5:1 | |||
* SC Erfurt : SpVgg Gelb-Rot Meiningen 5:1 | * (BC-Platz) FC Sportlust Zittau : SC Wacker Leipzig 2:3 | ||
* FC Sportlust Zittau : SC Wacker Leipzig 2:3 | * in Auerbach (VfB-Platz) SpVgg Falkenstein : PSV Chemnitz 0:7 | ||
* SpVgg Falkenstein : PSV Chemnitz 0:7 | * in Coburg (VfB-Platz) : SV 08 Steinach : FC Wacker Gera 3:0 | ||
* SV 08 Steinach : FC Wacker Gera 3:0 | * in Zwickau (SC-Platz) : VfB Glauchau : 1.SV Jena 3:2 n.V. | ||
* VfB Glauchau : 1.SV Jena 3:2 n.V. | * (96iger-Platz) Hallescher FC Wacker : TuR 1861 Weißenfels 2:0 | ||
* Hallescher FC Wacker : | |||
19.03.33 | 19.03.33 | ||
* Fortuna Magdeburg : Germania Halberstadt 6:1 | * (Viktoria-Platz) Fortuna Magdeburg : Germania Halberstadt 6:1 | ||
VF 26.3.33 | VF 26.3.33 | ||
* Wacker Leipzig : SV 08 Steinach 3:1 | * (Olympiaplatz) Wacker Leipzig : SV 08 Steinach 3:1 | ||
* Dresdner SC : VfB Glauchau 5:1 | * (Dresdensiaplatz) Dresdner SC : VfB Glauchau 5:1 | ||
* Polizei SV Chemnitz : SC Erfurt 3:2 | * (Preußenplatz) Polizei SV Chemnitz : SC Erfurt 3:2 n.V. | ||
* Wacker Halle : Fortuna Magdeburg 1:4 | * Wacker Halle : Fortuna Magdeburg 1:4 | ||
HF 2.4.33 | |||
* Fortuna Magdeburg : Dresdner SC 0:6 | |||
* Polizei SV Chemnitz : Wacker Leipzig 4:3 n.V. | |||
Aktuelle Version vom 20. März 2026, 17:43 Uhr
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Mitteldeutsche Meisterschaft Vorrunde |
| Saison | Saison 1932/1933 |
| Ansetzung | VfB Glauchau : 1.SV Jena |
| Ort | Sportplatz des SC in Zwickau |
| Zeit | So 12.03.1933 15:00 |
| Zuschauer | 4.000 |
| Schiedsrichter | Diener (TuB Leipzig) |
| Ergebnis | 3:2 n.V. (2:0 , 2:2) |
| Tore |
|
| Andere Spiele oder Berichte |
{{{Links}}} |
Aufstellungen
- Glauchau
- Jena
- Großkopf
- Opatz , Ketteritzsch
- Sturm , Werner , Grübner
- Thier , Köditz , Bachmann , Schüßler , Kleinsteuber
Spielbericht
Kicker :
Diese Ausnahme darf man wohl in der Schlappe des 1.SV Jena durch den VfB Glauchau erblicken . In Zwickau unterlag die letzthin recht erfolgreiche Jenenser Mannschaft der im Angriff energischer um die Entscheidung kämpfenden Glauchauer "Truppe" mit 2:3 (2:2 , 0:2) also erst in der Verlängerung .
Jenaische Zeitung :
Die Kämpfe um die Mitteldeutsche Fußballmeisterschaft bilden stets Höhepunkte in der Spielsaison , treffen sich doch in diesen die Besten aller Gaue . Die Vereinsleitungen sind daher auch bestrebt , das spielerische Können der beteiligten Mannschaften für diese Kämpfe einem bestimmten Höhepunkte zuzuführen . Während die Glauchauer Mannschaft von der 1. Minute an bewußt war , daß sie mit einem gleichstarkem Gegner gepaart war , konnte man in der Jenaer Mannschaft von Kampfgeist , wie man es sonst von ihr gewohnt ist , nicht viel bemerken . Es mag sein , daß die letzten Anstrengungen der Jenaer Mannschaft im Kampfe um die Gaumeisterschaft und die 5 vorhergegangenen Vereinspokalspiele einen großen Verbrauch an Nerven verursacht haben , was sich bei der verhältnismäßig jungen Jenaer Mannschaft in diesem Spiele besonders auswirkte . Um so mehr beeinträchtigten sonstige äußere Umstände , wie schlechter Platz , hartes Spiel des Gegners und fragwürdige Schiedsrichterleistungen die Leistungen einer solchen Mannschaft ganz besonders . Ungefähr 4000 Zuschauer umsäumten das Spielfeld als die Mannschaften unter lebhaftem Beifall erschienen . Der Strafraum des einen Tores bildete ein tiefes Schlammbad , während das übrige Spielfeld in guter Verfassung war . Glauchau wählt ersteres Tor als Angriffspunkt , so daß Jenas Verteidigung in diesem tiefen Boden ganz schwere Arbeit zu verrichten hat . Sofort von Spielbeginn ab versucht Glauchau durch wuchtiges und schnelles Spiel eine Entscheidung herbeizuführen . Brenzliche Minuten entstehen vor Jenas Tor . Immer wieder kommen Steilvorlagen in Jenas Strafraum . Insbesondere kommt die linke Seite Glauchaus immer wieder durch . Grübner ist nicht in der Lage , diese Angriffe abzuriegeln . Der Mittelstürmer Fuchs , Glauchau , dirigiert seinen Innensturm immer in Großkopfs Nähe , so daß dieser wiederholt , mitunter nur durch letzten Einsatz seines Körpers , Tore verhindern kann . Eine solche Gelegenheit führt auch eine Verletzung desselben herbei , so daß das Spiel kurze Zeit unterbrochen wird . Zum Gedenken unserer Gefallenen ruht das Spiel 3,15 auf 1 Minute und größte erhebende Stille liegt über dem Spielfelde . Nach Wiederbeginn greift Glauchau sofort wieder an , aber erst nach der 4. Ecke gelingt Fuchs eine Steilvorlage an seinen Halblinken , der das 1. Tor schießt , welches Großkopf hätte halten müssen , wenn er nicht erst kurz vorher verletzt worden wäre . 29. Minute . Fast 10 Minuten später erzielt Fuchs diesmal selber aus kurzer Entfernung das 2. Tor . Noch in der Schlußminute der Halbzeit vergibt derselbe Spieler eine Torchance . Ecken 7:2 für Glauchau . In dieser 1. Halbzeit war Jenas Sturm nicht in der Lage , die bessere Spielhälfte zu Erfolgen auszuwerten , und es konnte in dieser Zeit nur Thier gefallen . Man erkannte schon jetzt , das insbesondere Werner als Mittelläufer seine sonstige Form nicht erreichte und auch seine Schnelligkeit zu wünschen übrig ließ . Daneben fiel auch Grübner stark aus , so daß der Sturm Jenas von dem schnellen Gegner leicht abgewehrt werden konnte .
Sofort nach Wiederbeginn ist Glauchau wieder durchgebrochen , und es läuft der Schuß des Linksaußen an der Latte entlang . Jena nutzt jetzt die Schwierigkeit der schlammigen Spielhälfte ebenfalls stark aus . Glauchau spielt wiederholt hart . In der 55. Minute erhält Jena einen Strafstoß kurz vor dem gegnerischen Strafraume . Glauchau bildet eine Mauer . Werner schießt rechts an dieser vorbei zu Schüßler , welcher sofort flankt und Köditz vollendet das 1. Tor . Dieser Erfolg macht Jena neuen Mut . Aber schon ist die neue Enttäuschung da . Ein wunderbares 2. Tor gibt der Schiedsrichter , nachdem er Tor gepfiffen hat , nicht und läßt aus irgendeinem Grunde Abstoß machen . Eine große Fehlentscheidung , die auch von den zahlreichen Zuschauern nicht verstanden wird ! Nachdem er auch einen Elfmeter für Jena wegen ganz offensichtlichen rohen Spieles im Strafraume Glauchaus nicht gibt , Köditz wird glatt kurz vor dem Tore von zwei Glauchauern zur Strecke gebracht , kann man sich des Eindrucks nicht erwehren : das Spiel kann Jena nicht gewinnen . Der Schiedsrichter Diener , Leipzig , ist zu schwach . Das Spiel wird immer härter . Der Mittelstürmer Fuchs , Glauchau , vergißt sich und muß das Spielfeld verlassen . Zur Verstärkung der Jenaer Läuferreihe wird Kleinsteuber zurückgenommen und Grübner geht auf Rechtsaußen . Thier tauscht mit Bachmann . Jena versucht mit aller Gewalt den Ausgleich , der auch unter lebhaftem Beifall der wenigen Jenaer Schlachtenbummler kurz vor Schluß durch Schüßler gelingt . Ein drittes Tor für Jena liegt in der Luft , und nur der Schlußpfiff rettet Glauchau .
Unter all diesen Umständen war es nunmehr Pflicht der Jenaer Mannschaft , das Spielergebnis in den zweimal 15 Minuten zu halten , da nach der ganzen Einstellung der Glauchauer Mannschaft usw. an einen Sieg auf diesem Platze nicht zu denken war . Es mußte dies um so mehr zu erreichen sein , als Glauchau ja nur mit 10 Mann weiter spielen konnte . Aber gerade in dieser Verlängerung ließ Jena wieder stark nach . Man verwendete gerade jetzt wenig Aufmerksamkeit auf das Abdecken der Gegner , so daß Glauchau mit seinen vier Stürmern wieder gefährlich werden konnte . In der 13. Minute der ersten Verlängerung konnte der Halblinke , Häußler-Glauchau , das siegbringende Tor , nachdem er sich fast ungehindert durchgewunden hatte , aus kurzer Entfernung placiert einschießen .
Lebhafter Jubel umgibt den Sieger , der heute durch ein hartes , aber schnelles und wohldurchdachtes Spiel siegen mußte . Die Läuferreihe war bestimmt der beste Teil der Mannschaft . In Jenas Mannschaft überragte Thier im Sturm , auch der linke Läufer Sturm konnte sehr gut gefallen . Die Verteidigung leistete ganz große Arbeit . Auch Großkopf tat seine Pflicht . Der Schiedsrichter Diener , Leipzig , welcher Jena auch in der Verlängerung ohne ersichtlichen Grund ein weiteres Tor annullierte , konnte nicht gefallen . Die Schiedsrichter solcher Spiele müßten größere Form nachweisen . Durch den Verlust dieses Spieles ist die Jenaer Mannschaft aus dem weiteren Wettbewerbe um die Mitteldeutsche Verbandsmeisterschaft bereits in der 1. Runde ausgeschieden , und wieder einmal hat sich ergeben , daß Westsachsens Boden für Jena stets gefährlich gewesen ist , wenn auch diesmal die Gesamtleistung der Jenaer Mannschaft stark unter der sonstigen Form lag . Mögen der Mannschaft in dem weiteren Pokalwettbewerbe bessere Erfolge beschieden sein .
Bericht von Erich Fröhlich in der Jenaischen Zeitung vom 13.03.1933
Spiele
Vorrunde 12.03.33
- (Ring-Platz) Dresdner SC : Viktoria 03 Zerbst 8:1
- (SpVgg-Platz) SC Erfurt : SpVgg Gelb-Rot Meiningen 5:1
- (BC-Platz) FC Sportlust Zittau : SC Wacker Leipzig 2:3
- in Auerbach (VfB-Platz) SpVgg Falkenstein : PSV Chemnitz 0:7
- in Coburg (VfB-Platz) : SV 08 Steinach : FC Wacker Gera 3:0
- in Zwickau (SC-Platz) : VfB Glauchau : 1.SV Jena 3:2 n.V.
- (96iger-Platz) Hallescher FC Wacker : TuR 1861 Weißenfels 2:0
19.03.33
- (Viktoria-Platz) Fortuna Magdeburg : Germania Halberstadt 6:1
VF 26.3.33
- (Olympiaplatz) Wacker Leipzig : SV 08 Steinach 3:1
- (Dresdensiaplatz) Dresdner SC : VfB Glauchau 5:1
- (Preußenplatz) Polizei SV Chemnitz : SC Erfurt 3:2 n.V.
- Wacker Halle : Fortuna Magdeburg 1:4
HF 2.4.33
- Fortuna Magdeburg : Dresdner SC 0:6
- Polizei SV Chemnitz : Wacker Leipzig 4:3 n.V.