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|Ort = Stadion des 1.SV Jena
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Ersatz : Schüßler
Ersatz : Schüßler
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:Hupfeld , Belger
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:Schlag , Lehmann , Acke , Kettnitz , Gold


==Spielbericht==
==Spielbericht==
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Alex im Fußball vom 12. November 1935
Alex im Fußball vom 12. November 1935


3000 Zuschauer erlebten am Sonntag im Stadion einen wieder nur knappen , aber verdienten Sieg des Gaumeisters über den alten Titelträger . Dieser Sieg war hart umkämpft . Und zuerst sah es ganz so aus , als steuere Jena einem zahlenmäßig glatten Erfolg zu . Die Einheimischem ließen Wacker in der ersten halben Stunde nicht zur Entfaltung kommen . Immer wieder warfen Deckung und Halbstürmer den Angriff vor , der durch die Außen Thier und König seine Gefährlichkeit bekam . Angenehm überraschte besonders König , der auf Rechtsaußen weit besser als sonst gefiel . Schon in der ersten Minute hatte Bachmann eine Großgelegenheit , aber er lenkte übers Tor . Wenn Jena auch klar im Vorteil war , so zeigte Wacker doch ein vorzügliches Kombinationsspiel , das im Feld flüssiger als das Jenas war . Aber der Sturm brachte es nur zu Ecken . Hädicke , der oft beängstigend leichtsinnig spielte , schaffte eine gefährliche Lage , als er einen Ball tändelnd ins Aus laufen lassen wollte , Halles Stürmer aber dazwischensprang und das Leder bekam . Nach einer knappen halben Stunde setzte Schipphorst einen von König zugespielten Ball ganz dicht neben den Pfosten . Eine Minute später war Jena glücklicher . Wieder einmal war es König , der scharf aufs Tor schoß , Halles Torwart Krüger ließ , wie noch öfter während des Spieles , den Ball prallen , Thier sprang dazwischen und sandte ein . Bei diesem 1:0 für Jena blieb es bis zum Wechsel , obwohl es einmal ganz fürchterlich bei Halle brannte . Fünf-oder sechsmal setzten die Jenaer Stürmer zum Schuß an , aber immer wieder konnte ein Hallenser das Bein glücklich dazwischenbringen . Gefährlich war es für Jena , als der gute Rechtsaußen Gold einen von Hädicke seitwärts geköpften Ball direkt flach aufs Tor schoß . Günther konnte ihn gerade noch halten . Hädicke stand jetzt oft noch vor den Läufern . In der letzten Viertelstunde wurde das Spiel offener , Jena ließ etwas nach , bei Bachmann machten sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar .
Nach dem Wechsel blieb das Spiel weiter offen . Jena fiel noch mehr ab , das Zuspiel wurde ungenauer . Als Werner einen scharfen Flachschuß losließ , mußte Krüger wieder prallen lassen , war Thier da , knallte aber daneben . Es war genau die gleiche Szene wie die , die das erste Tor ergab . Dann konnte Günther einen brenzlichen Flachschuß Schlags halten . Jena setzte seine Außenstürmer nicht mehr ein , und sofort war der Sturm ungefährlich und zusammenhanglos . Einmal noch ging Thier frei durch , gab jedoch ab , wo ein direkter Schuß vielleicht Erfolg gebracht hätte . Als Jena wieder die Außen ins Treffen schickte , wurde es gleich gefährlich . Aber die Schüsse Thiers und Königs gingen daneben , oder Krüger hielt sie . Als einige Minuten vor Schluß Werner einen pfundigen Strafstoß auf das Tor schickte , bekam Tetzner den Ball an den Hals , lenkte ihn ab und an dem daher falsch stehenden Krüger vorbei zum zweiten Tor für Jena ein . Im Gegenzug kam Halle vor Günthers Heiligtum , die Verteidigung Jenas zögerte , und schon hob der Halbrechte Kettnitz über Günther das Leder ins Tor . So erzielte Halle das verdiente Ehrentor . Glück hatte Jena immerhin bei dem Sieg , denn waren Jenas Torgelegenheiten auch besser , so hing bei dem 1:0-Stand das Ausgleichstor in der Luft .
Der Schiedsrichter Kröger , Gera , pfiff oft nicht schnell genug . So gab er als ein Hallenser Verteidiger den Ball auf der Torlinie mit der Hand anhielt , nach seinem Pfiff nicht den Elfmeter , sondern ahndete ein vorhergegangenes Foul eine Jenaers . Dann hätte er aber vorher pfeifen müssen .
Werners Aufstellung im Sturm hat sich bewährt , wenn er auch noch zu langsam abgibt und für einen Halbstürmer noch zu raumgreifend spielt . Der Sturm spielte das W-System gut , nicht zu einseitig betont . Die Außen Thier und König entsprachen ganz den Erfordernissen dieses Systems . Nur Bachmann war den beiden nicht der gleichwertige Partner . Er bringt zur Zeit nicht die nötigen Körperkräfte und Schnelligkeit mit . Die Läuferreihe schlug sich gut . In der Verteidigung spielte Hädicke - daran können auch einzelne Glanzleistungen nichts ändern - im Sinne der Mannschaftsdisziplin zu eigenwillig . Ketteritzsch war tadelfrei , Günther gut .
Halle spielte mit Ersatz für die Läufer Schulze und Junge . Der Torwart war bis auf das Prallenlassen gut , ebenso die Verteidigung . Das Gleiche ist von der Läuferreihe zu sagen . Im Sturm baute Kettnitz vorzüglich auf , Gold war besser als der Repräsentative Schlag . Im ganzen ist aber der Sturm das Schmerzenskind , der im Strafraum noch weniger durchschlagskräftig ist als der Jenas . Im Feldspiel , in der Kombination und im flachen kurzen Zuspiel , sind die Hallenser ohne Tadel , gefielen sogar besser als Jena . Es ist nach der in Jena gezeigten vorzüglichen Leistung nicht verständlich , daß Wacker am Schwanz der Tabelle steht .
Bei Jena ist also die beste Mannschaftsaufstellung noch nicht gefunden . Schlug König gut als Außen ein , so fehlt nun wieder ein durchreißender Mittelstürmer . Im Ganzen ist des Gaumeisters Stellung und Aussicht nicht schlecht . Es kann und muß möglich sein , den Titel zu verteidigen .
Jenaische Zeitung vom 11.11.1935


==Spiele==
==Spiele==

Aktuelle Version vom 27. Februar 2025, 16:08 Uhr

Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Mitte Hinrunde
Saison Saison 1935/1936
Ansetzung 1.SV Jena : FC Wacker Halle
Ort Stadion des 1.SV Jena
Zeit So 10.11.1935 14:30
Zuschauer 3.000
Schiedsrichter Kröger (Gera)
Ergebnis 2:1 (1:0)
Tore
  • 1:0 Thier (30.)
  • 2:0 Werner
  • 2:1 Kettnitz
Andere Spiele
oder Berichte

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Aufstellungen

Jena
Günther
Hädicke , Ketteritzsch
Paul , Richter , Kleinsteuber
Thier , Schipphorst , Bachmann , Werner , König

Ersatz : Schüßler


Halle
Krüger
Hupfeld , Belger
Blanke , Tetzner , Behle
Schlag , Lehmann , Acke , Kettnitz , Gold

Spielbericht

Meister gegen Exmeister 2:1

Dem Treffen des Gaumeisters 1.Sportverein Jena und des alten Meisters Wacker Halle kam nicht die Bedeutung zu , die man vor dem Start zu den Punktspielen dieser Saison von der Begegnung dieser beiden Mannschaften erwartet hatte . Lagen die Hallenser bei Abschluß der letztvergangenen Meisterschaftsserie hinter den Jenaern auf dem zweiten Tabellenplatz , so haben sich inzwischen die Dinge gewaltig geändert . Zwar gilt der 1.Sportverein auch heute wieder als ernsthafter Meisterschaftsanwärter , doch haben die Leute des ersten Mittegaumeisters zur Zeit keine Aussicht , in dem Vordertrupp unserer Ligavereine wieder aufzutauchen . Daß sie trotzdem im Können dem jetztigen Gaumeister nur wenig nachstehen , bewiesen sie in Jena , wo sie mit 1:2 den Platzbesitzern den Sieg reichlich schwer machten . Trotzdem die Mannen von den Wöllnitzer Wiesen ohne Niederlage dastehen , hat doch namentlich ihre Angriffsreihe noch längst nicht wieder die frühere Hochform erreicht .

Alex im Fußball vom 12. November 1935


3000 Zuschauer erlebten am Sonntag im Stadion einen wieder nur knappen , aber verdienten Sieg des Gaumeisters über den alten Titelträger . Dieser Sieg war hart umkämpft . Und zuerst sah es ganz so aus , als steuere Jena einem zahlenmäßig glatten Erfolg zu . Die Einheimischem ließen Wacker in der ersten halben Stunde nicht zur Entfaltung kommen . Immer wieder warfen Deckung und Halbstürmer den Angriff vor , der durch die Außen Thier und König seine Gefährlichkeit bekam . Angenehm überraschte besonders König , der auf Rechtsaußen weit besser als sonst gefiel . Schon in der ersten Minute hatte Bachmann eine Großgelegenheit , aber er lenkte übers Tor . Wenn Jena auch klar im Vorteil war , so zeigte Wacker doch ein vorzügliches Kombinationsspiel , das im Feld flüssiger als das Jenas war . Aber der Sturm brachte es nur zu Ecken . Hädicke , der oft beängstigend leichtsinnig spielte , schaffte eine gefährliche Lage , als er einen Ball tändelnd ins Aus laufen lassen wollte , Halles Stürmer aber dazwischensprang und das Leder bekam . Nach einer knappen halben Stunde setzte Schipphorst einen von König zugespielten Ball ganz dicht neben den Pfosten . Eine Minute später war Jena glücklicher . Wieder einmal war es König , der scharf aufs Tor schoß , Halles Torwart Krüger ließ , wie noch öfter während des Spieles , den Ball prallen , Thier sprang dazwischen und sandte ein . Bei diesem 1:0 für Jena blieb es bis zum Wechsel , obwohl es einmal ganz fürchterlich bei Halle brannte . Fünf-oder sechsmal setzten die Jenaer Stürmer zum Schuß an , aber immer wieder konnte ein Hallenser das Bein glücklich dazwischenbringen . Gefährlich war es für Jena , als der gute Rechtsaußen Gold einen von Hädicke seitwärts geköpften Ball direkt flach aufs Tor schoß . Günther konnte ihn gerade noch halten . Hädicke stand jetzt oft noch vor den Läufern . In der letzten Viertelstunde wurde das Spiel offener , Jena ließ etwas nach , bei Bachmann machten sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar . Nach dem Wechsel blieb das Spiel weiter offen . Jena fiel noch mehr ab , das Zuspiel wurde ungenauer . Als Werner einen scharfen Flachschuß losließ , mußte Krüger wieder prallen lassen , war Thier da , knallte aber daneben . Es war genau die gleiche Szene wie die , die das erste Tor ergab . Dann konnte Günther einen brenzlichen Flachschuß Schlags halten . Jena setzte seine Außenstürmer nicht mehr ein , und sofort war der Sturm ungefährlich und zusammenhanglos . Einmal noch ging Thier frei durch , gab jedoch ab , wo ein direkter Schuß vielleicht Erfolg gebracht hätte . Als Jena wieder die Außen ins Treffen schickte , wurde es gleich gefährlich . Aber die Schüsse Thiers und Königs gingen daneben , oder Krüger hielt sie . Als einige Minuten vor Schluß Werner einen pfundigen Strafstoß auf das Tor schickte , bekam Tetzner den Ball an den Hals , lenkte ihn ab und an dem daher falsch stehenden Krüger vorbei zum zweiten Tor für Jena ein . Im Gegenzug kam Halle vor Günthers Heiligtum , die Verteidigung Jenas zögerte , und schon hob der Halbrechte Kettnitz über Günther das Leder ins Tor . So erzielte Halle das verdiente Ehrentor . Glück hatte Jena immerhin bei dem Sieg , denn waren Jenas Torgelegenheiten auch besser , so hing bei dem 1:0-Stand das Ausgleichstor in der Luft . Der Schiedsrichter Kröger , Gera , pfiff oft nicht schnell genug . So gab er als ein Hallenser Verteidiger den Ball auf der Torlinie mit der Hand anhielt , nach seinem Pfiff nicht den Elfmeter , sondern ahndete ein vorhergegangenes Foul eine Jenaers . Dann hätte er aber vorher pfeifen müssen . Werners Aufstellung im Sturm hat sich bewährt , wenn er auch noch zu langsam abgibt und für einen Halbstürmer noch zu raumgreifend spielt . Der Sturm spielte das W-System gut , nicht zu einseitig betont . Die Außen Thier und König entsprachen ganz den Erfordernissen dieses Systems . Nur Bachmann war den beiden nicht der gleichwertige Partner . Er bringt zur Zeit nicht die nötigen Körperkräfte und Schnelligkeit mit . Die Läuferreihe schlug sich gut . In der Verteidigung spielte Hädicke - daran können auch einzelne Glanzleistungen nichts ändern - im Sinne der Mannschaftsdisziplin zu eigenwillig . Ketteritzsch war tadelfrei , Günther gut . Halle spielte mit Ersatz für die Läufer Schulze und Junge . Der Torwart war bis auf das Prallenlassen gut , ebenso die Verteidigung . Das Gleiche ist von der Läuferreihe zu sagen . Im Sturm baute Kettnitz vorzüglich auf , Gold war besser als der Repräsentative Schlag . Im ganzen ist aber der Sturm das Schmerzenskind , der im Strafraum noch weniger durchschlagskräftig ist als der Jenas . Im Feldspiel , in der Kombination und im flachen kurzen Zuspiel , sind die Hallenser ohne Tadel , gefielen sogar besser als Jena . Es ist nach der in Jena gezeigten vorzüglichen Leistung nicht verständlich , daß Wacker am Schwanz der Tabelle steht . Bei Jena ist also die beste Mannschaftsaufstellung noch nicht gefunden . Schlug König gut als Außen ein , so fehlt nun wieder ein durchreißender Mittelstürmer . Im Ganzen ist des Gaumeisters Stellung und Aussicht nicht schlecht . Es kann und muß möglich sein , den Titel zu verteidigen .

Jenaische Zeitung vom 11.11.1935

Spiele

  • 1.SV Jena : Wacker Halle 2:1
  • SpVgg Erfurt : Vikt. 96 Magdeburg 3:1
  • Spfr. Halle : SC Erfurt 3:1
  • Cr.-Vikt. Magdeburg : 1.FC Lauscha 1:1