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|Ort = Stadion des 1.SV Jena | |Ort = Stadion des 1.SV Jena | ||
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Im Sportvereinsstadion wurde gestern wieder einmal eine regelrechte Verbandsschlacht geschlagen . Die Rivalität gerade dieser beiden Vereine ist doch mächtig groß , sonst müßten sportlich wertvollere Spiele zustande kommen . Obgleich man sich dies vorher hätte sagen müssen , oder vielleicht auch gerade deshalb waren soviele Zuschauer erschienen , um dieses "sensationelle" Treffen ja nicht versäumt zu haben . | |||
In der ersten Halbzeit lag der 1.SV ständig im Angriff . Der Sturm arbeitete gut zusammen . 2 Tore , durch Kopfbälle von Schüßler und Werner erzielt , waren die verdiente Ausbeute . Das Spiel bewegte sich bis dahin in erlaubten Grenzen , auch die Zuschauer hatten im großen und ganzen wenig Gelegenheit , ihre unmaßgebliche Meinung zur Aeußerung zu bringen . Man war sich wohl auch auf Apoldas Seite während dieser Zeit im klaren , daß bei einem derart zerfahrenen und systemlos spielenden Sturm an einen Sieg nicht zu denken war . | |||
Mit dem Beginn der zweiten Halbzeit bekam das Spiel aber ein ganz anderes Bild . Die Apoldaer Spieler hatten den Kampf noch nicht aufgegeben . Ihre an sich harte Spielweise nahm mehr und mehr zu , worauf sich leider auch einige Jenenser des öfteren einließen , und als nach einem Strafstoß Apolda ein Tor aufholte , versuchte es mit Gewalt , auch den Gleichstand zu erzielen . Der Schiedsrichter mußte mehr , als wünschenswert war , eingreifen . Die üblichen Zurufe der Parteien blieben nicht aus , und es entwickelte sich ein Spiel , das zeitweilig nur noch einem sinnlosen Hin-und Herschießen glich . Der Sportverein ließ sich durch das energische Störungsspiel der Apoldaer völlig aus dem Konzept bringen . Sein Sturm überließ mehr als einmal freiwillig den Ball zur sicheren Abwehr der gegnerischen Verteidigung , die allerdings gewillt schien , mit allen Mitteln einen Erfolg zu verhindern . Vollkommen versagte jetzt u.E. der neue Sturmführer , dessen Einstellung wir als einen so großen Gewinn absolut nicht betrachten können . | |||
Aus seiner erfolgreichen Störungsarbeit konnte Apolda aber nur den einen Vorteil ziehen , das Spiel bei dem erzielten Ergebnis zu halten . Es wurde weiter aus und hin-und hergeschossen . Leute brüllten hüben wie drüben . Der Schiedsrichter pfiff endlich ab . Jena hat seine Punkte auf heimatlichen Boden bei knappsten Ergebnis , aber verdient und auch sicher gerettet . Wir möchten daran zweifeln , daß es in Apolda gelingt . | |||
Jenaische Zeitung vom 29.09.1930 | |||
==Spiele== | ==Spiele== | ||
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* 1.SV Jena : VfB Apolda 2:1 | * 1.SV Jena : VfB Apolda 2:1 | ||
* VfB Rudolstadt : Vimaria Weimar 7:2 | * VfB Rudolstadt : Vimaria Weimar 7:2 | ||
* VfL Saalfeld : Richthofen Weimar | * VfL Saalfeld : Richthofen Weimar 4:1 | ||
Aktuelle Version vom 15. Januar 2026, 18:28 Uhr
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Gauliga Ostthüringen |
| Saison | Saison 1930/1931 Hinrunde |
| Ansetzung | 1.SV Jena : VfB Apolda |
| Ort | Stadion des 1.SV Jena |
| Zeit | So 28.09.1930 16:00 |
| Zuschauer | 3.000 |
| Schiedsrichter | Röher (VfB Jena) |
| Ergebnis | 2:1 (2:0) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellungen
- Jena
- Großkopf
- Keiling , Opatz
- Sturm , Jacob , Rosenke
- Mieth , Thier , Schüßler , Werner , Kleinsteuber
- Apolda
- Reibe
- Knoblauch , Förtsch
- Kögel , Lübeck , Klemm
- Klören , Schulz , Barth , Machts , Salzmesser
Spielbericht


Im Sportvereinsstadion wurde gestern wieder einmal eine regelrechte Verbandsschlacht geschlagen . Die Rivalität gerade dieser beiden Vereine ist doch mächtig groß , sonst müßten sportlich wertvollere Spiele zustande kommen . Obgleich man sich dies vorher hätte sagen müssen , oder vielleicht auch gerade deshalb waren soviele Zuschauer erschienen , um dieses "sensationelle" Treffen ja nicht versäumt zu haben . In der ersten Halbzeit lag der 1.SV ständig im Angriff . Der Sturm arbeitete gut zusammen . 2 Tore , durch Kopfbälle von Schüßler und Werner erzielt , waren die verdiente Ausbeute . Das Spiel bewegte sich bis dahin in erlaubten Grenzen , auch die Zuschauer hatten im großen und ganzen wenig Gelegenheit , ihre unmaßgebliche Meinung zur Aeußerung zu bringen . Man war sich wohl auch auf Apoldas Seite während dieser Zeit im klaren , daß bei einem derart zerfahrenen und systemlos spielenden Sturm an einen Sieg nicht zu denken war . Mit dem Beginn der zweiten Halbzeit bekam das Spiel aber ein ganz anderes Bild . Die Apoldaer Spieler hatten den Kampf noch nicht aufgegeben . Ihre an sich harte Spielweise nahm mehr und mehr zu , worauf sich leider auch einige Jenenser des öfteren einließen , und als nach einem Strafstoß Apolda ein Tor aufholte , versuchte es mit Gewalt , auch den Gleichstand zu erzielen . Der Schiedsrichter mußte mehr , als wünschenswert war , eingreifen . Die üblichen Zurufe der Parteien blieben nicht aus , und es entwickelte sich ein Spiel , das zeitweilig nur noch einem sinnlosen Hin-und Herschießen glich . Der Sportverein ließ sich durch das energische Störungsspiel der Apoldaer völlig aus dem Konzept bringen . Sein Sturm überließ mehr als einmal freiwillig den Ball zur sicheren Abwehr der gegnerischen Verteidigung , die allerdings gewillt schien , mit allen Mitteln einen Erfolg zu verhindern . Vollkommen versagte jetzt u.E. der neue Sturmführer , dessen Einstellung wir als einen so großen Gewinn absolut nicht betrachten können . Aus seiner erfolgreichen Störungsarbeit konnte Apolda aber nur den einen Vorteil ziehen , das Spiel bei dem erzielten Ergebnis zu halten . Es wurde weiter aus und hin-und hergeschossen . Leute brüllten hüben wie drüben . Der Schiedsrichter pfiff endlich ab . Jena hat seine Punkte auf heimatlichen Boden bei knappsten Ergebnis , aber verdient und auch sicher gerettet . Wir möchten daran zweifeln , daß es in Apolda gelingt .
Jenaische Zeitung vom 29.09.1930
Spiele
(28.09.1930)
- SC Weimar : SV Kahla 1:3
- 1.SV Jena : VfB Apolda 2:1
- VfB Rudolstadt : Vimaria Weimar 7:2
- VfL Saalfeld : Richthofen Weimar 4:1