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|Ansetz = 1.SV Jena : SC Apolda
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==Aufstellungen==
==Aufstellungen==
; Jena :
:Großkopf
:Opatz , Heyer
:Grübner , Stannewitz , Rosenke
:Thier , Köditz , Schüßler , Werner , Kleinsteuber
; Apolda :
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:Lange , Barthel
:Biazeck , Herfurth II , Ipse
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==Spielbericht==
==Spielbericht==
[[Datei:1931-9-11 Jenaer Volksblatt.jpg|mini|Jena : SC Apolda]]
Der SC Apolda kommt ! Diese Ankündigung hatte ihre Anziehungskraft beim Jenaer Fußballpublikum nicht verfehlt . Schon lange vor Beginn des Spieles strömten die Zuschauermengen zum Stadion . Von der Tribüne aus , die dicht besetzt war , sah man das weite Oval des Sportplatzes umstanden von einer Menschenmauer . Wir werden mit unserer Schätzung von nahezu 4000 sicher nicht zu viel genannt haben .
Die Geduld der Massen wurde auf keine allzu große Probe gestellt , denn vor dem Spiele der ersten Mannschaften kämpften die Knabenmannschaften beider Vereine gegeneinander . Die Jungen des Sportvereins zeigten recht gute Leistungen und werden vor der ungewohnt großen Zuschauermenge wohl doppelt eifrig gespielt haben . Sie waren denn auch ihren Apoldaer Gästen völlig überlegen und gewannen hoch .
Kurz nach Schluß des Knabenspiels traten die 1.Verbandsmannschaften von Apolda und Jena auf den Plan . Als Schiedsrichter war vom Verbandsschiedsrichterausschuß ein Herr aus Chemnitz bestellt worden .
Der 1.SV Lag sofort im Angriff , und es hätte gleich zu Anfang leicht Tore für Jena geben können . Apoldas Torwart aber war bestens aufgelegt und rettete einige Male glänzend . Die SV-Mannschaft schien sich viel vorgenommen zu haben und an früher gezeigte Leistungen anknüpfen zu wollen . Werner war die Seele des Angriffs und verstand sich wieder einmal glänzend mit Kleinsteuber ; aber mit dessen gutgemeinten Flanken wußte der Vereinssturm von der Mitte bis zum linken Flügelmann nichts anzufangen . Werner ging einmal allein durch , schoß nahe vor dem Tor und stark bedrängt dennoch straff den springenden Ball aufs Ziel ; aber Schade stand am richtigen Fleck .
Es sah ganz nach einem Siege des Sportvereins aus ; denn Apoldas Sturm kam zunächst nicht zur Entfaltung . Der unverständlicher Weise auf halbrechts stehende frühere Mittelläufer Mähler vom SC Apolda spielte während der ersten Halbzeit entweder absichtlich oder gewohnheitsmäßig meistens als vierter Läufer , so daß er sich dadurch im Abwehrspiel wohl sehr nützlich machte , dem Sturm aber den technisch besten Spieler entzog , und auch in der Läuferreihe als taktisch fähigster Mann der Apoldaer Mannschaft nicht voll zur Entfaltung kam .
So blieben die Apoldaer Angriffe bis auf geringe Ausnahmen ungefährlich , während man von Sportvereinsseite aus mit einem siegreichen Halbzeitstande rechnen konnte .
Wenn es nicht dazu kam , so lag das vor allem an dem beinahe plötzlich aussetzenden ideenreichen Zuspiel des Sportvereins und daran , daß man von Apoldas Seite aus Werner besser abdecken lernte . Zudem wurden beim Jenaer Angriff dann meist zu weit zurückgeflankt , die steilen Vorlagen , und damit die Gefährlichkeit des Angriffs , blieben aus . Es zeigte sich außerdem , daß auf Schüßlers und Thiers Schüsse kein Verlaß war . Es blieb beim 0:0 Halbzeitstand . Apolda hatte Gegner und Platz kennen gelernt und bereits nach Abpfiff der ersten Spielhälfte mußte man Apolda ebensolche Aussichten auf Punktgewinn einräumen wie dem Platzbesitzer .
Was am Ende der ersten Spielhälfte schon bemerkbar wurde , trat nach Wiederanpfiff des Spieles deutlicher hervor . Die Apoldaer gingen mehr und mehr aus sich heraus , um schließlich fast bis zum Schluß völlig Oberwasser zu haben . Zwar kam in dieser zweiten Halbzeit der 1.SV zu seinem knappen 1:0-Sieg , doch ist dieser dem Gesamtspielverlauf der 2. Spielhälfte entsprechend mit sehr viel Glück errungen worden . Das Tor an sich war eine feine Leistung Werners , der einen Fehler der Apoldaer Verteidigung geschickt ausnutzte und aus äußerst spitzem Winkel unhaltbar einschoß . So lang denn lange Zeit nach Werners Siegestor , der Ausgleich in der Luft . Der 1.SV verteidigte stark und war anscheinend nur noch bestrebt , ein auch noch so knappes Siegesergebnis unter dem Druck des Angreifers zu halten . Es soll aber auch nicht unerwähnt bleiben , daß Apoldas Sturm trotz allen Drängens tatsächlich kaum zum freien Durchspiel und damit zum erfolgsversprechenden Schuß kam .
Als sich der 1.SV aus seiner Bedrängnis einigermaßen befreit hatte , war es für Apolda zu spät . So wurden die Jenenser glückliche Sieger . Sie werden selbst wissen , welcher Gegner sie in Apolda erwartet . Mit dem Spiele , wie es der 1.SV in der zweiten Halbzeit zeigte , werden in Apolda keine Lorbeeren zu holen sein .
Jenaische Zeitung am 14.09.1931


==Spiele==
==Spiele==
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* 1.SV Jena : SC Apolda 1:0
* 1.SV Jena : SC Apolda 1:0
* VfB Apolda : VfB Oberweimar 3:1
* VfB Oberweimar : VfB Apolda 1:3
* SV Kahla : SC Weimar 3:1
* SV Kahla : SC Weimar 3:1
* Richthofen Weimar : VfL Saalfeld 3:1
* Richthofen Weimar : VfL Saalfeld 3:1
* VfB Rudolstadt : VfB Jena 4:2
* VfB Rudolstadt : VfB Jena 4:2
(20.09.1931)
* SC Weimar : VfB Rudolstadt 1:4

Aktuelle Version vom 27. Januar 2026, 12:38 Uhr

Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Ostthüringen
Saison Saison 1931/1932 Hinrunde
Ansetzung 1.SV Jena : SC Apolda
Ort Stadion des 1.SV Jena
Zeit So 13.09.1931 16:00
Zuschauer 5.000
Schiedsrichter Illig (Teutonia Chemnitz)
Ergebnis 1:0 (0:0)
Tore
  • 1:0 Werner (47.)
Andere Spiele
oder Berichte

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Aufstellungen

Jena
Großkopf
Opatz , Heyer
Grübner , Stannewitz , Rosenke
Thier , Köditz , Schüßler , Werner , Kleinsteuber


Apolda
Schade
Lange , Barthel
Biazeck , Herfurth II , Ipse
Scholz , Herfurth I , Kirsch , Mähler II , Mähler I

Spielbericht

Jena : SC Apolda

Der SC Apolda kommt ! Diese Ankündigung hatte ihre Anziehungskraft beim Jenaer Fußballpublikum nicht verfehlt . Schon lange vor Beginn des Spieles strömten die Zuschauermengen zum Stadion . Von der Tribüne aus , die dicht besetzt war , sah man das weite Oval des Sportplatzes umstanden von einer Menschenmauer . Wir werden mit unserer Schätzung von nahezu 4000 sicher nicht zu viel genannt haben . Die Geduld der Massen wurde auf keine allzu große Probe gestellt , denn vor dem Spiele der ersten Mannschaften kämpften die Knabenmannschaften beider Vereine gegeneinander . Die Jungen des Sportvereins zeigten recht gute Leistungen und werden vor der ungewohnt großen Zuschauermenge wohl doppelt eifrig gespielt haben . Sie waren denn auch ihren Apoldaer Gästen völlig überlegen und gewannen hoch . Kurz nach Schluß des Knabenspiels traten die 1.Verbandsmannschaften von Apolda und Jena auf den Plan . Als Schiedsrichter war vom Verbandsschiedsrichterausschuß ein Herr aus Chemnitz bestellt worden . Der 1.SV Lag sofort im Angriff , und es hätte gleich zu Anfang leicht Tore für Jena geben können . Apoldas Torwart aber war bestens aufgelegt und rettete einige Male glänzend . Die SV-Mannschaft schien sich viel vorgenommen zu haben und an früher gezeigte Leistungen anknüpfen zu wollen . Werner war die Seele des Angriffs und verstand sich wieder einmal glänzend mit Kleinsteuber ; aber mit dessen gutgemeinten Flanken wußte der Vereinssturm von der Mitte bis zum linken Flügelmann nichts anzufangen . Werner ging einmal allein durch , schoß nahe vor dem Tor und stark bedrängt dennoch straff den springenden Ball aufs Ziel ; aber Schade stand am richtigen Fleck . Es sah ganz nach einem Siege des Sportvereins aus ; denn Apoldas Sturm kam zunächst nicht zur Entfaltung . Der unverständlicher Weise auf halbrechts stehende frühere Mittelläufer Mähler vom SC Apolda spielte während der ersten Halbzeit entweder absichtlich oder gewohnheitsmäßig meistens als vierter Läufer , so daß er sich dadurch im Abwehrspiel wohl sehr nützlich machte , dem Sturm aber den technisch besten Spieler entzog , und auch in der Läuferreihe als taktisch fähigster Mann der Apoldaer Mannschaft nicht voll zur Entfaltung kam . So blieben die Apoldaer Angriffe bis auf geringe Ausnahmen ungefährlich , während man von Sportvereinsseite aus mit einem siegreichen Halbzeitstande rechnen konnte . Wenn es nicht dazu kam , so lag das vor allem an dem beinahe plötzlich aussetzenden ideenreichen Zuspiel des Sportvereins und daran , daß man von Apoldas Seite aus Werner besser abdecken lernte . Zudem wurden beim Jenaer Angriff dann meist zu weit zurückgeflankt , die steilen Vorlagen , und damit die Gefährlichkeit des Angriffs , blieben aus . Es zeigte sich außerdem , daß auf Schüßlers und Thiers Schüsse kein Verlaß war . Es blieb beim 0:0 Halbzeitstand . Apolda hatte Gegner und Platz kennen gelernt und bereits nach Abpfiff der ersten Spielhälfte mußte man Apolda ebensolche Aussichten auf Punktgewinn einräumen wie dem Platzbesitzer . Was am Ende der ersten Spielhälfte schon bemerkbar wurde , trat nach Wiederanpfiff des Spieles deutlicher hervor . Die Apoldaer gingen mehr und mehr aus sich heraus , um schließlich fast bis zum Schluß völlig Oberwasser zu haben . Zwar kam in dieser zweiten Halbzeit der 1.SV zu seinem knappen 1:0-Sieg , doch ist dieser dem Gesamtspielverlauf der 2. Spielhälfte entsprechend mit sehr viel Glück errungen worden . Das Tor an sich war eine feine Leistung Werners , der einen Fehler der Apoldaer Verteidigung geschickt ausnutzte und aus äußerst spitzem Winkel unhaltbar einschoß . So lang denn lange Zeit nach Werners Siegestor , der Ausgleich in der Luft . Der 1.SV verteidigte stark und war anscheinend nur noch bestrebt , ein auch noch so knappes Siegesergebnis unter dem Druck des Angreifers zu halten . Es soll aber auch nicht unerwähnt bleiben , daß Apoldas Sturm trotz allen Drängens tatsächlich kaum zum freien Durchspiel und damit zum erfolgsversprechenden Schuß kam . Als sich der 1.SV aus seiner Bedrängnis einigermaßen befreit hatte , war es für Apolda zu spät . So wurden die Jenenser glückliche Sieger . Sie werden selbst wissen , welcher Gegner sie in Apolda erwartet . Mit dem Spiele , wie es der 1.SV in der zweiten Halbzeit zeigte , werden in Apolda keine Lorbeeren zu holen sein .

Jenaische Zeitung am 14.09.1931

Spiele

(13.09.1931)

  • 1.SV Jena : SC Apolda 1:0
  • VfB Oberweimar : VfB Apolda 1:3
  • SV Kahla : SC Weimar 3:1
  • Richthofen Weimar : VfL Saalfeld 3:1
  • VfB Rudolstadt : VfB Jena 4:2