Rolf Hüfner

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Rolf Hüfner

Rolf Hüfner 1952
Informationen
Geburtstag 14. April 1926
Geburtsort Nöbdenitz, D
Position Abwehr
Spiele für den FCC1
Wettbewerb Spiele Tore
DDR-Oberliga
DDR-Liga
Pokal
Gesamt
72
75
10
157
0
2
1
3
Spiele als Trainer des FCC3
DDR-Oberliga
Gesamt
1
1
 


 1Stand: 2. April 2024


 3Stand: 2. April 2024

Rolf Hüfner 1958

Rolf Hüfner (* 14. April 1926 in Nöbdenitz) spielte von 1953 bis 1960 für die 1. Mannschaft des SC Motor Jena.

Hüfner wuchs im Meuselwitzer Stadtteil Zipsendorf auf und begann dort auch seine Fußball-Laufbahn. Im Zweiten Weltkrieg war er Soldat und geriet für vier Jahre in britische Kriegsgefangenschaft. Dort erhielt er weiter Gelegenheit Fußball zu spielen, denn mehrere Lagermannschaften durften gegeneinander Spiele austragen. Nach seiner Entlassung schloss er sich 1948 der Sportgemeinschaft Meuselwitz an. 1951 stieg er als Spielertrainer mit Meuselwitz in die drittklassige Landesklasse Thüringen auf.

Mit 27 Jahren wechselte Hüfner zur Saison 1953/1954 zur BSG Motor Jena, die gerade aus der DDR-Oberliga abgestiegen war. Er wurde zunächst im Mittelfeld als auch im Angriff eingesetzt und ab seinem zweiten Jahr in Jena dann überwiegend als Abwehrspieler.

Hüfner wurde in Jena schnell Stammspieler und galt als zweikampfstarker, kompromissloser und sehr sprungkräftiger Verteidiger. Der sichere Abwehrverbund mit dem Torhüter Harald Fritzsche und den Verteidigern Georg Buschner, Karl Oehler und Rolf Hüfner erlangte damals regelrechten "Kultcharakter". Im Jahr 1958 war Rolf Hüfner, zusammmen mit Karl Oehler, Mannschaftskapitän und fungierte auch bei einem Spiel als Trainer der 1. Mannschaft.

Rolf Hüfner stieg 1956 mit dem SC Motor Jena in die DDR-Oberliga auf und wurde 1960 FDGB-Pokalsieger. Insgesamt absolvierte er für den Verein 157 Pflichtspiele (3 Tore) – davon 72 Spiele in der DDR-Oberliga, 75 Spiele in der DDR-Liga (2) und 10 Pokalspiele (1). 1959 erhielt er die Goldenen Eherennadel des SC Motor Jena.

Rolf Hüfner ist von Beruf Sportlehrer und Dipl.-Betriebswirt, heute Rentner und Mitglied des FC Carl Zeiss Jena.


Zum 100. Geburtstag vom FC Carl Zeiss Jena

Rolf Hüfner feiert 100. Geburtstag

Am heutigen 14. April ist Rolf Hüfner - zugleich ältestes Mitglied unseres FC Carl Zeiss Jena und ältester noch lebender ehemaliger Spieler unseres Vereins - 100 Jahre alt geworden! Was für eine unglaubliche Zahl - was für ein reiches Leben. Herzlichen Glückwunsch, Rolf!

Die Glückwünsche unseres Vereins überbrachten Vizepräsident Tom Hilliger, Uwe Dern (Ehrenrat) und Mike Ukena (Wahlausschuss), die gemeinsam mit Rolf Hüfners ehemaligem Mitspieler Heinz Hergert und Sohn Tim Hüfner auf den Jubilar anstießen und ihm zudem die "Goldene Ehrennadel" des FC Carl Zeiss Jena überreichten.

Ein Leben wie ein Geschichtsbuch

Rolf Hüfner wurde 1926 in Nöbdenitz, einem Ortsteil von Schmölln, geboren und wuchs in Meuselwitz auf - unweit von der Glaserkuppe in Zipsendorf, der heutigen Heimat des ZFC. Als Rolf Hüfner geboren wurde, gab es diesen freilich noch nicht, auch wenn Rolf Hüfner in Zipsendorf mit dem Fußballspielen begann, bevor ihn der 2. Weltkrieg als Soldat an die Front und letztlich für vier Jahre in britische Kriegsgefangenschaft brachte. Der Fußball vereinte schon damals. Und so konnte Rolf Hüfner auch unter den Widrigkeiten der Gefangenschaft weiter Fußball spielen, um dort interne Lagermeisterschaften auszutragen. Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft schloss er sich 1948 der Sportgemeinschaft Meuselwitz an, die im Oktober 1948 gegründet und aus der 1950 Aktivist Zipsendorf wurde - der Vorläufer des späteren ZFC. Fußball wurde in dem damals eigenständigen Ort Zipsendorf aber auch schon früher gespielt. Sehr viele Mitglieder des damaligen Fußballvereins "Sportlust" (FSZ Zipsendorf) wechselten jedoch im Zuge der Gründung bzw. nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft in den "neuen" Zipsendorfer Verein. Und dort übernahm Rolf Hüfner von Beginn an eine tragende Rolle - und das nicht nur auf dem Platz. 1951 stieg er als Spielertrainer mit Zipsendorf in die drittklassige Landesklasse Thüringen auf.

Als der Oberliganeuling BSG Motor Jena nach nur einem Jahr im Fußballoberhaus der DDR 1953 wieder in die DDR-Liga Staffel II absteigen musste, kam für Rolf Hüfner der Ruf aus der ZEISS-Stadt, wo er zunächst im Mittelfeld als sogenannter Läufer und später auch im Angriff eingesetzt wurde. Schnell avancierte er zum Stammspieler. Motor Jena war nach dem Abstieg im Umbruch, was sich allein darin zeigte, dass die Mannschaft mit Max Hofsommer (bis zum 7. Spieltag), Bernhard Schipphorst (bis zum 10. Spieltag) und Herrmann Schüßler binnen kurzer Zeit von drei unterschiedlichen Trainern betreut wurde. Und in dieser fanden sich mit Georg Buschner, Karl Oehler, Karl Schnieke und Siegfried Woitzat - um nur einige zu nennen - später den Jenaer Fußball prägende Persönlichkeiten. Doch für den direkten Wiederaufstieg sollte es in dieser Saison, die Jena übrigens vor einer durchschnittlichen Heimkulisse von 7.000 Zuschauern, als Tabellensechster abschloss, noch nicht reichen.

Im seinem zweiten Jenaer Jahr rückte Rolf Hüfner, den seine Kameraden als „stämmig vom Scheitel bis zur Sohle“ beschrieben - was ihm übrigens den Spitznamen „Keule“ einbrachte - in die Abwehr. Dort galt er als zweikampfstarker, kompromissloser und sehr sprungkräftiger Verteidiger. Der sichere Abwehrverbund mit Georg Buschner, Karl Oehler und Rolf Hüfner erlangte damals regelrechten "Kultcharakter". Jena avancierte in der nun sogar dreistaffeligen DDR-Liga zum Spitzenteam, auch wenn mit Tabellenrang 2 am Ende der Saison 1954/1955 der Aufstieg in die DDR-Oberliga denkbar knapp verfehlt wurde. Doch immerhin berechtigte Rang 2 zur Qualifikation für die neue 1. DDR-Liga.

In der Folgezeit wurde die Mannschaft, trainiert von Hans Warg, weiter verstärkt und Spieler wie Roland Ducke, Helmut Müller, Harald Fritzsche und Heinz Hergert stießen zum Team. So wurde die Saison 1955, die nur aus einer sogenannten Übergangsrunde bestand, für den nun als SC Motor Jena spielenden Club auch zu einem Übergangsjahr, das man als Sechster abschloss.

1956, die Saisons wurden fortan bis 1961 in einem Kalenderjahr absolviert, zahlten sich die Mühen aus. Die Mannschaft um Rolf Hüfner war soweit, erhielt nur noch durch Walter Eglmeyer eine Auffrischung, stand aber ansonsten. Und wie! Am Ende dieser Saison in der DDR-Liga stand Platz 1 und damit die Rückkehr in die DDR-Oberliga. Somit war der Jenaer Fußball seit 1957 wieder erstklassig und sollte es bis zum Ende der DDR-Oberliga 1991 auch bleiben.

Der Wiederaufstieg gehört sicher zu den größten Erfolgen Rolf Hüfners, der 1958, zusammen mit Karl Oehler, Mannschaftskapitän war und zudem auch bei einem Spiel als Trainer der 1. Mannschaft fungierte. 1960 holte er gemeinsam mit dem SC Motor Jena den ersten FDGB-Pokal-Sieg unseres Clubs. Insgesamt absolvierte er für unseren Verein 157 Pflichtspiele (3 Tore) – davon 72 Spiele in der DDR-Oberliga, 75 Spiele in der DDR-Liga (2) und 10 Pokalspiele (1).

Rolf Hüfner, der 1961 seine aktive Laufbahn beendete und sich vielen ehrenamtlichen Aufgaben und Funktionen widmete - vom Trainer, Sektionsleiter uvm. - war von Beruf Sportlehrer und Dipl.-Betriebswirt, arbeitete nach der Wende als Steuerberater und blieb dem Jenaer Fußball bis heute stets verbunden.

Lieber Rolf, von dieser Stelle möchten wir Dir im Namen der Fans und Mitglieder unseres Vereins, den Du entscheidend mitgeprägt hast, alles Gute zu diesem wunderbaren Jubiläum wünschen und einfach DANKE sagen.