1939/1940 Endrunde DM 3. Spieltag: Eimsbüttler TV - 1. SV Jena 0:1
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Endrunde Deutsche Meisterschaft, Gruppe 2, 3. Spieltag |
| Saison | Saison 1939/1940 |
| Ansetzung | Eimsbüttler TV - 1. SV Jena |
| Ort | ETV-Platz "Hohe Luft" in Hamburg |
| Zeit | So. 26.05.1940 |
| Zuschauer | 6.000 |
| Schiedsrichter | Röhrbein (Berlin) |
| Ergebnis | 0:1 (0:0) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellungen
- ETV
- Hans-Jürgen Kowalkowski
- Otto Lüdecke, Ernst Timm
- Zimmer, Werner Baldauf, Willi Schindowski
- Walter Weber, Erwin Stührk, Kurt Manja, Karl-Heinz Manja, Walter Risse jun.
Spielertrainer : Walter Risse
- Jena
- Ehrenfried Patzel
- Hermann Schüßler, Walter Hädicke
- Hans Ullrich, Kurt Beckert, Heinz Werner
- Herbert Gans, Fritz Gorka, Walter Bachmann, Ludwig König, Seifert
Trainer : Tauchert
Spielbericht





Jena holt sich in Hamburg die ersten Punkte- Wolkenbruch verändert die Lage - Jena gewann durch Eigentor von Timm
Der Nordmarkmeister Eimsbüttel verlor in seinem zweiten Gruppenspiel auf eigenem Platz gegen den 1.SV Jena 0:1 (0:0). Die Gäste waren zwar nicht sehr gut, aber doch etwas besser als die Hausherren, die durch ihren Verteidiger Timm das einzige Tor des Tages zustande brachten, indem er einen Angriff der Jenenser in der verkehrten Richtung stoppte.
Hin und wieder muß man sich an das vorletzte Spiel unserer Nationalelf gegen Italien in Berlin erinnern. Diejenigen, die dabei waren, werden diese Wasserschlacht wohl ihr Leben nicht vergessen. Im Frühjahr oder Sommer vermag ein Gewitterregen ähnliche Folgen zu zeitigen, nur daß Mannschaften und Zuschauer wenigstens nicht frieren. Es geschieht zwar nicht oft auf unseren Fußballplätzen, daß die vielen, die um den Platz versammelt sind, fluchtartig unter schirmende Dächer und Bäume eilen.
Aber ab und zu erlebt man es eben doch, so auch bei diesem Spiel. Wohl dem, der in solchen Fällen mit einem Schirm oder wenigstens wasserdichten Mantel versehen ist. Aber wir wollen nicht von verschiedenen Möglichkeiten des Wetters sprechen, die man im allgemeinen zu spüren bekommt, sondern von dem Zusammentreffen des Nordmarkmeisters Eimsbüttel gegen den 1.SV Jena.
Die Hamburger haben sich bei dieser Gelegenheit ebenso wenig mit Ruhm bekleckert wie ihre Gäste. Nach dem schönen Spiel des Vorsonntages traute man den Eimsbüttlern einen klaren Erfolg über die Jenenser zu. Und siehe da, man wurde schmählich enttäuscht! Schon zu Beginn sah es nicht annähernd so lebhaft bei den Rotweißen aus wie in der Begegnung gegen Osnabrück. Im Sturm klappte es gar nicht und auch die Läuferreihe hatte einen schlechten Tag. Die Männer in der Schalker Tracht warteten schließlich auch nicht gerade mit Leistungen auf, die aussahen, als könne man damit die deutsche Fußballmeisterschaft gewinnen. Im Kriege schon nicht, von Friedenszeiten gar nicht zu reden.
Pechvogel Timm verwechselte die Tore.
Wenn die Jenenser schließlich doch mit 1:0 die Oberhand behalten konnten, so verdanken sie das einfach dem Eimsbüttler Verteidiger Timm, der das Pech hatte, den schweren Ball ins eigene Tor abrutschen zu lassen. Daß der gleiche Timm später einen Elfmeterball nicht verwandeln konnte - sonst seine Spezialität - gibt Zeugnis von der Unsicherheit, von der dieser Spieler an diesem Tage geplagt wurde. In der letzten Viertelstunde waren die Eimsbüttler sehr abgekämpft. Die Schwierigkeiten des Bodens hatten sie recht mitgenommen, mehr jedenfalls als ihre Gegner, die um diese Zeit mehr als einmal nahe an einem durch eigenes Können erzielten Treffer waren. Aber Schußunsicherheit auf der einen Seite, geschickte Abwehr und Glück auf der anderen verhinderten das 2:0. Fast mit dem Schlußpfiff erzielten die Hausherren noch eine Ecke, die beinahe den unverdienten Ausgleich gebracht hätte. Patzl jedoch, der gute Hüter, verhinderte den Treffer.
Vom Spielgeschehen ist nicht viel zu berichten. Die Hamburger mußten sofort eine Ecke hinnehmen, die jedoch nichts einbrachte. Nach 7 Minuten schoß Stührk an dem herauslaufenden Torhüter vorbei, aber der Jenaer Verteidiger stand auf der Linie und wehrte köpfend ab. Der Nachschuß von Risse mißlang dann auch noch. Vier Minuten später köpfte Manja I, diesmal einer der schwächsten, das Leder neben den Pfosten. Dann kamen die Gäste wieder einmal zum Zuge, hatten aber ebenso wenig Erfolg wie ihr Gegner. Auch ein paar Ecken brachten nichts ein. Als ein Gewitterschauer allzu stark wurde, entschloß sich der Unparteiische Röhrbein aus Berlin zu einer Unterbrechung. Nach 20 Minuten Pause kamen die Eimsbüttler scheinbar gestärkt aus den Kabinen. Aber nur scheinbar! Denn schon bald erwies sich, daß die Männer aus der Zeiß-Stadt sich mit den gegebenen Bodenverhältnissen besser abzufinden wußten als die Hausherren. Sie kombinierten recht hübsch, kamen aber nicht zum Schuß, und auf der anderen Seite sah es nicht anders aus. Manja I und Weber verpaßten ein paar Gelegenheiten, die wirklich zu Erfolgen hätten führen müssen. Es fehlte jene Frische, die die Elf in den letzten Wochen ausgezeichnet hatte.
Wie überhaupt das ganze Spiel nicht hundertprozentig zu werten ist. Das einzige Tor fiel nach ungefähr 15 Minuten Spielzeit der zweiten Hälfte, in der man ohne Unterbrechung gegangen war (damit die Gäste noch rechtzeitig zu ihrem Zug kommen konnten) durch Timm. Schon nach 10 Minuten sollte er diesen Schaden bei einem Handelfmeter gutmachen. Aber auch das mißlang. Es gab noch viel Hin und Her, aber keine Leistungen, die eines Gruppenmeisters würdig gewesen wären.
Eckenverhältnis 5:10.
(Bericht von Dr. Phieler im Kicker vom 21. Mai 1940)