2025/2026 06. Spieltag: BSG Chemie Leipzig - FC Carl Zeiss Jena 0:2

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Spieldaten
Wettbewerb Regionalliga, 6. Spieltag
Saison Saison 2025/2026, Hinrunde
Ansetzung BSG Chemie Leipzig - FCC
Ort Alfred-Kunze-Sportpark
in Leipzig
Zeit Di. 02.09.2025 19:00 Uhr
Zuschauer 4.999
Schiedsrichter Christoph Beblik
Ergebnis 0:2 (0:0)
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
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Chemie
Florian Hermann Horenburg
Marc Enke, Rudolf Sanin (60. Tim Bunge), Philipp Wendt
Jean Marie Bertrand Nadjombe (76. Rajk Lisinski), Lukas Sebastian Griebsch
Janik Mäder, Valon Aliji (76. Julius Hoffmann), Fynn Seidel (60. Tim Kießling)
Stanley Ratifo, Robin Friedrich
Trainer: Adrian Alipour
Trikotfarben
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Jena
Marius Liesegang
Malik Talabidi, Maxim Hessel, Sören Reddemann, Nils Butzen (90. Paul Kampe)
Moritz Fritz, Justin Schau (89. Maurice Hehne)
Kevin Lankford (90. Jona Kratzenberg), Patrick Weihrauch (80. Marcel Hoppe), Alexander Prokopenko (80. Timon Burmeister)
Manassé Eshele
Trainer: Volkan Uluc

Spielbericht

FCC holt drei Punkte bei der BSG Chemie

Mit 2:0 (0:0) setzte sich unsere Zeiss-Elf an diesem Dienstagabend im Leutzscher Holz durch und holte hochverdient drei Punkte.

4.999 Zuschauer im wie immer ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark vor Ort - darunter 700 Jenaer Schlachtenbummler - um unter Flutlicht das Duell der bis dato punktlosen BSG Chemie Leipzig gegen unseren FC Carl Zeiss Jena zu erleben. FCC-Trainer Volkan Uluc nahm gegenüber dem 4:0 gegen Zehlendorf in der Vorwoche nur eine Änderung in der Startelf vor. Kevin Lankford rückte für Marcel Hoppe zurück in die Startformation, die damit wieder durch die gleichen Spieler gebildet wurde wie schon in den ersten vier Liga-Spielen der Saison.

Die erste zaghafte Torannäherung hatte unser FCC nach einer ersten Ecke durch am zweiten Pfosten lauernden Sören Reddemann, der den Ball jedoch nicht perfekt traf (5.). Und auch der nächste Jenaer Eckball sollte für Gefahr sorgen. Kevin Lankford brachte den Standard vo der rechten seite in den grün-weißeb Strafraum, wo Moritz Fritz per Kopf zur Stelle war und den Ball aus etwas zehn Metern an die Lattenunterkante wuchtete, von wo der Ball knapp vor die Torlinie zurücksprang (9.). Jena gehörte klar die Anfangsphase, während von der Heimmannschaft offensiv fast nichts zu sehen war. Wenn es gefährlich wurde dann durch den FCC. So auch nach gut einer Viertelstunde, als Manassé Eshele auf die Reise geschickt wurde, der per Hacke auf den mitgelaufenen Kevin Lankford ablegte. Doch dieser wurde im Strafraum im letzten Augenblick am Torabschluss aus aussichtsreicher Position gehindert (17.). Es dauerte, bis erstmals die BSG auf das Jenaer Tor schoss. In der 20. Spielminute fasste sich Ratifo ein Herz und zog aus gut 25 Metern ab - keine Gefahr für Marius Liesegang im Jenaer Kasten. Kurz darauf dann fast das 1:0 für den FCC. Doch Alexander Prokopenkos Heber - nach Pass von Maxim Hessel - über den bereits geschlagenen Horenburg im Leipziger Kasten klatschte an den Pfosten (21.). Jenas Führung war überfällig und längst hochverdient. Doch Chemie hielt mit Glück die Null. Auch in der 32. Minute, als sich für Kevin Lankford - aus allerdings sehr spitzem Winkel - die Chance bot. Doch sein Abschluss im Strafraum strich recht deutlich am langen Pfosten vorbei. Nach etwa 35 Minuten dann die beste Möglichkeit der bis dato erschreckend schwachen Gastgeber: Nach einem Freistoß von der linken Seite, der durch unseren Fünfmeterraum strich, verpassten Freund und Feind - zum Glück für unseren FCC. Ein Tor der BSG hätte den Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Unmittelbar darauf wieder unser FCC, der dieses Mal nach Vorarbeit von Manassé Eshele durch Mannschaftskapitän Nils Butzen eine weitere Großchance ungenutzt ließ (38.). Es schien wie verhext - trotz drückemder Überlegenheit wollte das so überfällige Jenaer Tor einfach nicht fallen. So ging es trotz einer Vielzahl - teils hochkarätiger - Chancen für die Zeiss-Elf torlos in die Halbzeitpause.

Aus dieser kamen beide Teams personell unverändert. Doch was sich änderte, war die Chancenverwertung: Mit der ersten sich bietenden Gelegenheit des zweiten Durchgangs ging der FCC in Führung. Kevin Lankford nahm einen von Sören Reddemann in die Tiefe gespielten Ball auf und spitzelte diesen am aus dem Kasten stürmenden Horenburg vorbei ins Tor. 1:0 für unseren FCC - längst überfällig und hochverdient (52.). Nach gut einer Stunde Spielzeit dann ein Angriff wie aus dem Lehrbuch: Kevin Lankford spielte mit Manassé Eshele, der den Ball mit der Hacke auf Patrick Weihrauch weiterleitete. Und der ließ sich nicht zwei Mal bitten und vollendete ins kurze Ecke zum 2:0 für die Zeiss-Elf (68.). Chemie hatte nun nichts mehr zu verlieren, wurde etwas mutiger und kam in der 74. Spielminute zur besten Möglichkeit, als ein Chemiker zentral abzog, was Jena gerade noch zur Ecke klären konnte (74.). Der FCC hatte in der Folge durchaus noch weitere gute Möglichkeiten, doch letztlich blieb es beim 2:0 der Zeiss-Elf im Leutzscher Holz.

Der FCC nimmt damit nach einer sehr einseitigen Partie, die der FCC im Grunde 90 Minuten lang dominierte, hochverdient drei Punkte mit zurück ins Paradies.

--Traudel

Abstieg? Nö, besser nicht!

Endlich wieder Live-Fußball der guten, alten Art.

Entspannt auf dem Rad 15 Minuten in die Pedale treten und schon entfaltet sich diese eigenartige Magie, die, wer sie nie erlebt hat, auch nicht verstehen oder beschreiben kann. Wenn der Block sich langsam mit den unterschiedlichsten, schrägen, normalen oder weiß Gott was für Typen zwischen 3 und 80 (?) Jahren füllt, Bierbecher jongliert und geleert werden, Bratwürste, Brezeln, Fischbrötchen oder Spirelli mit Tomatensoße ihr Ende finden und die Abenddämmerung anbricht, dann erfasst Dich immer wieder dieses Kribbeln, das Du seit Jahrzehnten kennst und sich nie verändert. Da der „Rest der Leipziger FCC-Gang“ noch fehlt, stehst Du da, genießt die Vorfreude, siehst Dich um und stellst (zum wievielten Male eigentlich?) fest, dass es völlig egal ist, ob Du den FCC zum Pokal-Halbfinale nach Dortmund, zum Drittliga-Kick nach Burghausen oder eben in der RLNO in den AKS begleitest, dieses Eintauchen in eine ganz eigene Welt fühlt sich immer gleich faszinierend an. Das ist auch so ein Phänomen: es ist Dir egal, ob der Gegner Rom, Leverkusen, St. Pauli oder eben Chemie heißt, Du 18 (wie gegen die AS Roma) oder geringfügig älter (wie heute gegen die BSG) bist, diese Minuten vor dem Spiel ziehen Dich immer und immer wieder in einen speziellen Bann. Du siehst all die anderen Verrückten um Dich herum, die Du zwar nicht kennst, denen Du Dich aber dennoch in den kommenden 2 Stunden verbunden fühlen wirst, denn alle sind aus diesem einen Grund da: gleich fangen 11 Mann an, mit dem Wappen „Deines“ Vereins auf dem Trikot und in den ultimativen Farben der Fußballwelt ihr Spielchen zu spielen – und Du lieferst Dich ihnen und ihrem Treiben einfach 90+ Minuten lang aus. Bedingungslos. Verrückt. Immer wieder. Immer wieder neu.

Inzwischen war „die Gang“ beisammen, alle tatsächlich angst- und gewaltandrohungsfrei und bester Dinge angekommen. Und siehe da, auch diese alte Leutzscher Bruchbude fixt dich an. Schei.ss Sicht, Netze und Gitter vor der Linse, die rechte Eckfahne unsichtbar, dafür die Torauslinie nur ca. 4,50 Meter vor Dir und der Torwächter der Einheimischen fast zum Greifen nah. 4500 Leute gegen Dich und genau so fühlt es sich gut und richtig an. Das Spiel der Unseren sieht ebenso gut aus und es fühlt sich ebenso gut an. Im Gästeblock stehend spürst Du praktisch dieses Selbstbewusstsein, diese Dominanz, diese Souveränität. Es gibt nie einen Grund, am Spiel der Unseren zu zweifeln. Und die vergebenen Torchancen? Ärgerlich, ja. Aber irgendwie scheinen die im immer gleichen Rhythmus wieder und wiederzukehren. Geduld ist gefragt. Die Stimmung ist blendend, die Atmosphäre im Stadion perfekt und der Gästeblock ist durchweg gelassen und positiv. Latte, Pfosten, Verteidiger oder sonstiges Unbill – zweifelt jemand am gerechten Gang der Dinge? Vor Ort keiner. Chemie ist erschreckend schwach und harmlos. Im AKS jubeln sie schon, wenn der Ball mal in der Nähe des 16ers ist. Rich konstatierte: 20m vorm Tor beginnt das begeisterte Raunen des Publikums, egal ob Chance (selten) oder nicht (meistens). Als ein Chemiker nach 20 Minuten erstmals einen Ball scharf Richtung Liese bringt, steht er kurz davor Ehrenspielführer zu werden und sein eigenes Denkmal zu bekommen. Die Glorreichen behalten die Ruhe. Bis zum Ende der ersten 45 Minuten. Und auch danach, wenig wird sich ändern: Liese hat alles im Griff. Reddemann profiliert sich als coole Abwehrsau, Talabidi ist genauso gut, wirkt jedoch nicht ganz so abgezockt. Aber der Eindruck täuscht. Hessel und Butzen bilden ein Traumpaar. Der junge Mann grätscht, ackert, schuftet, köpft und klärt so ziemlich alles. Der alte Mann wirbelt offensiv, tunnelt, dribbelt, flankt und stürmt, als wäre er der jüngere der Herren. Und defensiv macht er auch noch seinen Job. Und es sieht immer so aus, als hat er einen wahnsinnigen Spaß an allem. Den Spaß gab es im Gästeblock auch, mit einer optisch tadellosen und gelungenen Lichtshow. So hatte auch die 90 Minuten über dem Gästeblock schwebende Drohne vermutlich ihren Spaß. Derweil sorgte Schaui im Mittelfeld für ordentlich Maloche und Weihrauch zeigte ebendort dreifachmeisterliche Grandezza, inklusive des eiskalten „Deckel-drauf-Tores“. Fritz scheint unauffällig und ist doch immer und überall und das auch noch nahezu überall (zugleich). Prokopenko dribbelte, passte und lief viel - und allein seine Ballbehandlung bei hohem Tempo ist immer wieder das Eintrittsgeld wert. Auch wenn er noch Luft nach oben hat. (Aber was für ne geile Toraktion in HZ 1!). Lankford läuft, köpft, wirft, schießt, ist immer auf Achse, vergibt einen Riesen und öffnet dann doch das Tor zum Sieg. Alles richtig gemacht. Eshele verdaddelt Bälle, macht aber noch mehr „fest“, schirmt sie ab, verteilt sie und wird nicht müde, zu rackern, zu laufen und Kopfballduelle zu gewinnen. Unglücklich manchmal, aber immer unermüdlich. Und für jede Abwehr somit eine permanente Aufmerksamkeitsherausforderung. 2:0, Uluc wechselt durch, die Souveränität, Klarheit bleibt. Chemie zwar mit Dutzenden langer Bälle (hoch und weit) und wir kurzfristig mit einigen zu schnellen Ballverlusten – aber ernsthafte Gefahr für unser Tor? Eher nicht. Wofür auch immer der Begriff „runterspielen“ erfunden wurde, auf die Schlussviertelstunde passte er perfekt. Für uns.

Und Chemie? Denen fehlt wohl ein Anführer, einer der ordnet, lenkt, das Spiel strukturiert. Da stand keine schlechte Truppe auf dem Platz. Aber eine verunsicherte, führungslose und lange Zeit mutlose. Erst mit dem Mut der Verzweiflung lief es bei ihnen etwas besser. Aber ob sie wirklich ein Abstiegskandidat sind? Irgendwie wäre ein Abstieg auch schade, denn dieser Ausflug ins Holz, samt seinem morbiden Charme, würde doch fehlen. Und auf die 10 -15 Minuten der Mannschaft vor dem Gästeblock, die dem Abpfiff folgten, möchte man als FCC-Fan ja auch in Zukunft nicht verzichten.

Und so schoben und sattelten wir hernach unsere Fahrräder und fuhren als Auswärtssieger heim. Immer mit diesem besonderen Glücksgefühl, welches sich bei Siegen nie ändert, egal, wo und ..... Aber das hatten wir ja schon.

--Kopfnuss