2026/2027 01. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - FSV Zwickau 1:2
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Regionalliga, 1. Spieltag |
| Saison | Saison 2026/2027, Hinrunde |
| Ansetzung | FCC - FSV Zwickau |
| Ort | Ernst-Abbe-Sportfeld |
| Zeit | So. 26.07.2026 14:00 Uhr |
| Zuschauer | 9.002 |
| Schiedsrichter | Florian Lukawski |
| Ergebnis | 1:2 (1:1) |
| Tore | |
| Andere Spiele oder Berichte |
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| Programmheft |
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Aufstellungen
- Jena
- Marius Liesegang
- Nils Butzen, Sören Reddemann, Maurice Hehne, Malik Talabidi
- Moritz Fritz (46. Jannes Werner), Dion Ajvazi (86. Osazee Aghatise)
- Timon Burmeister, Kevin Lankford (86. Marcel Hoppe), Emilio Munser (58. Luca Wollschläger)
- Elias Löder (77. Manasse Eshele)
- Trainer: Marco Grote
- Zwickau
- Lucas Hiemann
- Ben-Luca Moritz, Sonny Ziemer (77. Kilian Senkbeil), Oliver Fobassam, Sandro Sengersdorf
- Joshua Putze (64. Fynn Seidel), Andrej Startsev (77. Josua von Baer), Daniel Haubner
- Veron Dobruna (64. Paul Phillipp Besong), Cemal Sezer (64. Phillipp Harandt), Lennert Möbius

- Trainer: Rico Schmitt
Spielbericht
Niederlage zum Saisonauftakt
Unser FC Carl Zeiss Jena verliert am ersten Spieltag daheim gegen den FSV Zwickau mit 1:2 (1:1).
Schon die Vorzeichen für die heutige Begegnung versprachen eine spannende Partie. Das 104. Aufeinandertreffen mit den Westsachsen, die die vergangene Saison direkt hinter uns auf Platz drei beendeten, hatte für Regionalligaverhältnisse nur wenige neue Gesichter in den Startformationen zu bieten. Gästetrainer Rico Schmitt und Co- Trainer Daniel Rupf, beide mit Vergangenheit im Paradies, stellten mit Ben-Luca Moritz nur einen Neuzugang von Beginn an auf. Unser neuer Trainer Marco Grote beförderte immerhin einen „neuen“ Spieler mehr ins Startaufgebot. Dion Ajvazi und Rückkehrer Elias Löder sollten das Offensivspiel unserer Farben beleben. Ebenjener Löder sollte dabei zu Beginn der einzige nominelle Stürmer auf dem Feld sein, während dahinter eine häufig rotierende Dreierreihe aus Emilio Munser, Kevin Lankford und Timon Burmeister agierte. Im zentalen Mittelfeld dirigierte Ajvazi, während Moritz Fritz gewohnt den Staubsauger gab. In der Viererkette entschied man sich den nach Kreuzbandriss lange ausfallenden Maxim Hessel direkt durch Maurice Hehne zu ersetzen.
Als Schiedsrichter Florian Lukawski die Partie um 14:02 Anpfiff und Cemal Sezer den Ball auf Andrej Startsev zurücklegte, geschah im Ernst-Abbe-Sportfeld das, was auch auf den anderen Plätzen der Regionalliga Nordost an diesem Spieltag in den ersten 60 Sekunden passierte: NICHTS. Begleitet von einem lauten Pfeifkonzert behielt der Zwickauer Kapitän den Ball für eine Minute am Fuß, um den gemeinsamen Protest von Fans und Vereinen gegen die gescheiterte Aufstiegsreform zu symbolisieren. Als das Spiel dann langsam Fahrt aufnahm, blieb das gellende Pfeifkonzert aus den Fanblöcken, welches erst nach fünf Spielminuten endete. Auf dem Feld war bis dahin noch nicht viel passiert. Der FCC kontrollierte das Leder, ohne allerdings zu einer klaren Torchance zu kommen. Dieses Bild hatte sich auch nach einer Viertelstunde noch nicht geändert, ehe in Minute 16 unser Kapitän Nils Butzen auf dem rechten Flügel einen von vielen verloren geglaubten Ball doch noch kontrollieren konnte und sanft in die Mitte flankte, wo Löder das Leder nur um Haaresbreite verfehlte. Eine Minute später hatte Neuzugang Ajvazi im Mittelfeld viel Platz und zog einfach ab, verfehlte Hiemanns Tor am Ende aber recht deutlich. Als Schiedsrichter Lukawski die Teams nach 25 Minuten zur Trinkpause bat, nutzten die Trainerteams die Chance, ihren Spielern den weiteren Plan mit auf den Weg zu geben. Die Worte unseres neuen Cheftrainers Marco Grote schienen dabei zunächst deutlich klarer gefruchtet zu haben. In Minute 29 fing Timon Burmeister in der Rückwärtsbewegung einen Angriffsversuch der Schwäne ab und leitete umgehend den Konter ein. Kevin Lankford schien im Laufduell mit Oliver Fobassam bereits das Nachsehen zu haben, konnte das auf die Seitenauslinie zurollende Leder aber doch noch erreichen. An Fobassam und Moritz vorbei leitete er das Spielgerät auf den schnell nachgerückten und in Startsevs Rücken enteilten Burmeister weiter. Dieser zeigte viel Übersicht, sah den 14 Meter vor dem Tor lauernden Munser im Rückraum und bediente ihn mustergültig. Der 18-jährige Munser stoppte den Ball, blieb ganz cool und schob das Leder unhaltbar ins Toreck. Das Sportfeld kochte, die Mannschaft feierte vor der Südkurve. Munser, für den die heutige Partie das Startelfdebüt im Männerfußball war, veredelte die feine Vorarbeit von Burmeister und Lankford und konnte nach seinem Tor gegen Zehlendorf in der vergangenen Saison erneut seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellen. Der Jubel auf den Tribünen war kaum verebbt, da wollte sich der Torschütze gleichwohl auch noch als Vorbereiter in die Scorrerliste eintragen. Doch seine butterweiche Flanke von der linken Seite an den zweiten Pfosten erreichte zwar den einspringenden Lankford, doch dessen Hechtflugkopfball flog, physikalisch kaum denkbar, noch über den Querbalken. Glück für die Westsachsen! In der 39. Minute bauten die Gäste einen Angriff über die rechte Seite auf, aus dem Cemal Sezer einen Eckball für seine Mannen herausholen konnte. Sandro Sengersdorf legte sich den Ball lange zurecht und schlug ihn dann mustergültig in Richtung Sezer, der zum richtigen Zeitpunkt höher in der Luft stand als Reddemann und das Leder, für Liesegang und Butzen nicht mehr entscheidend erreichbar, unter die Latte köpfte. Das 1:1 hatte bis zur Halbzeit Bestand, die Gäste hatten ihre einzig echte Torchance zum zu diesem Zeitpunkt wohl noch etwas schmeichelhaften Ausgleich genutzt.
Marco Grote nahm zur Halbzeit einen Wechsel vor und brachte den unerwartet schnell wieder Genesenen Jannes Werner für Moritz Fritz, der unter der Woche an Knieproblemen laborierte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigt sich zunächst das gleiche Bild, wie wir es aus dem ersten Durchgang kannten. Beide Teams wollten das Leder, beide wollten mit eigenem Ballbesitz Sicherheit ins Spiel bringen und dringend Fehler vermeiden. Der erste Schnitzer der zweiten Halbzeit ging das auf das Konto von Gästetorhüter Hiemann. Ein Freistoß seines Mitspielers wurde zu ihm zurück gespielt, der in gewohnter Manier störende Löder sprang in Hiemanns Flankenversuch, bekam das Leder an den Rücken und konnte anschließend nur hinterherschauen, wie der Ball am rechten Pfosten vorbei ins Toraus flog. Das klassische Lödertor sollte in Spiel eins nach seiner Rückkehr nicht fallen. Als drei Minuten später Lankford in guter Position den Ball bekam und aus 18 Metern knapp über die Latte beförderte, glaubten die meisten der 9.002 Zuschauer im Stadion, dass unsere Jungs das Spiel wieder an sich reißen können. Aber dies blieb nur ein Hoffnungsschimmer. Nach den Auswechslungen von Torschütze Munser und dem ewig anlaufenden Löder fehlten dem FCC in der gegnerischen Hälfte die Ideen. Und die Gäste? Die standen in der Defensive sicher und ließen kaum etwas zu. Dann in der 81. Minute der Schock: Zwickau befreite sich aus der eigenen Hälfte und schickte den eingewechselten Harant auf die Reise. In unserer Defensive stimmte zunächst die Abstimmung zwischen Reddemann und Hehne nicht, dann enteilte Harant den beiden mit langen Schritten. Auch Butzen konnte Harant nicht mehr stoppen. Der Stürmer, bis zum Sommer 2025 noch bei Chemie Leipzig in der Innenverteidigung aktiv, blieb vor dem Tor eiskalt und überwand den herauseilenden Liesegang. Was folgte, waren lange Bälle des FCC, der mit Wollschläger und Eshele inzwischen zwei lange Mitteistürmer auf dem Feld hatte. Doch dieses taktische Mittel brachte genauso wenig ein wie die letzten Flankenläufe. Zwickau klärte konsequent und nutzte jede Berührung für schier unendliche Behandlungspausen. So verging auch die fünfminütige Nachspielzeit ohne, dass der FCC am Ergebnis noch etwas ändern konnte. Somit verlor unser FCC - erstmals seit fast auf den Tag genau fünf Jahren bei der 0:1-Niederlage beim Berliner AK - seinen Saisonauftakt.