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| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Gauliga Mitte Hinrunde |
| Saison | Saison 1036/1937 |
| Ansetzung | 1.SV Jena : Sportfreunde Halle |
| Ort | Stadion des 1.SV Jena |
| Zeit | So 08.11.1936 14:30 |
| Zuschauer | 4.000 |
| Schiedsrichter | Reich (Vimaria Weimar) |
| Ergebnis | 2:0 (2:0) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellungen
- Jena
- Günther
- Hädicke , Ketteritzsch
- Harthaus , Werner , Kleinsteuber
- Hymon , Schipphorst , König , Bachmann , Schüßler
- Halle
- Stenbeck
- Hartmann , Thieme I
- Krampe II , Böttger , Godau
- Föhr , Merz , Häußler , Thieme II ; Krampe I
Spielbericht


Dessau Brustbreite vor Jena
Der Kampf um die Meisterschaft scheint ein Duell Dessau- Jena ( mit dem Neuling Weida im Hintergrund) zu werden .
Daß man sich der Bedeutung dieses Spieles am Sonntag im Stadion bewußt war , beweist der außerordentlich gute Besuch , der der bisher beste der Verbandsspiele 1936/37 war . Die Tribüne war sogar ausverkauft . Wenn die Zuschauer nicht das erwartete große Spiel zu sehen bekamen , so kann man dafür die Jenaer Spieler nicht verantwortlich machen . Schuld daran war eine unzureichende Schiedsrichterleistung , die sich die Gäste zunutze machten , indem sie oft die Grenze des Erlaubten überschritten . Daher wurde auch das Spiel der Jenaer hart , so daß das ganze Treffen jenen unschönen Punktkampfcharakter trug , wie man ihn immer wieder bedauern muß .
Ehrlich gesagt : von den Hallensern hätte man bei ihrem guten Tabellenplatz , der im Minuskonto dem des 1.SV gleich war , mehr erwartet , Die Sportfreunde bauen ihre Spiele aus starker Defensivstellung auf und legen es bei den Angriffen im wesentlichen auf Zufall und Ueberraschung auf , wie man das übrigens von den meisten Mannschaften der Gauliga sehen kann . Kein Wunder also , daß das schöne flache Paßspiel des Gaumeisters dabei so langsam in die Brüche gegangen ist . Allerdings sah man am Sonntag bei den Hallenser Stürmern auch ganz nette Spielhandlungen im Zusammenspiel , aber im ganzen war es doch nicht viel . Böttger war gewiß der beste Spieler der Gäste und wurde besonders in der zweiten Hälfte recht angriffsfreudig , aber überzeugend war auch sein Spiel nicht . So bleibt also der starke körperliche Einsatz der Hallenser , der das Spiel fast ausarten ließ . Erst versuchten es die Gäste beim Schiedsrichter mit Reklamieren , dann gingen sie in die Vollen . War das nötig ? Die beiden Tore des 1.SV nach 10 Minuten Spiel dürfen doch eine Mannschaft nicht zu solchen Dingen verleiten .
Während der 1.SV in der gemeldeten Aufstellung antrat , kam Halle ohne den Torwart Schacher . Sein Ersatz Stenbeck war ohne Fehler , allerdings kann er sich durch sein tollkühnes Werfen leicht verletzen und damit seiner Mannschaft nur schaden .
Jena begann in großer Fahrt . Der Ball geht von König zu Bachmann . Dessen Schuß kann Hartmann gerade noch auf der Linie über die Latte köpfen . Aber nach 5 Minuten ist es doch passiert . Werner setzt durch die nicht ganz geschlossene Abwehrmauer der Hallenser einen Strafstoß sicher ins Netz . Zwei Minuten später , nach 8 Minuten Spiel , arbeitet sich König gut durch , Hymon bekommt das Leder , flankt präzis , und König köpft ebenso fein zum 2:0 ein . Niemand dachte , daß damit der Torsegen , vor allem für Jena , erschöpft sei . Halle verteidigt noch immer stark und führt strikt sein Betonsystem durch : der Mittelläufer als 3. Verteidiger , der Halblinke Böttgers Posten versehend . Allmählich aber kommen die Gäste mehr auf , Jenas Spiel wird zerfahren , die Abgabe der Bälle ungenau . Zudem hängen sich die Hallenser an jeden Ball , so daß es einen zermürbenden Kampf Mann gegen Mann gibt . Nachdem Günther , der außerordentlich sicher war , einen gefährlichen Ball gehalten hatte , spielte Hymon Bachmann fein zu , aber Halles Deckung konnte gerade noch klären . Noch einmal schuf Schüßler eine brenzlige Lage , aber den Jenaern war das Glück nicht hold .
Nach dem Wechsel merkte man den Gästen an , daß sie noch immer die Entscheidung zu ihren Gunsten wenden wollten . Böttger geht jetzt über die Mittellinie , hoch werden die Bälle vor Jenas Tor gegeben . Dann war Günther beinahe geschlagen , bei einem Durcheinander vor dem Tor konnte der Ball zweimal auf der Torlinie gewehrt werden . Es wird immer offensichtlicher , daß es vom Gaumeister nicht gut ist , sich auf Halles Spiel einzulassen , zudem jetzt die Verteidigung der Gäste sehr sicher steht . So sind beide Sturmreihen in ihren Aktionen zu engmaschig . Nun legt Werner noch einmal Dampf dahinter , Hymon bombt , er nimmt einen Strafstoß Kleinsteubers direkt auf , schießt aber Stenbeck in die Hände . Jena hat wieder klar Oberwasser . Aber das Pech weicht nicht : König köpft vor die Latte . Dann ist König frei vor Stenbock , haut aber in der Aufregung hoch über die Latte . Aber auch bei Jena riecht es noch einmal gefährlich nach Tor . Dann setzt Hymon noch einen Ball in den Kasten , doch der Schiedsrichter hatte vorher gepfiffen wegen eines zweifelhaften Abseits .
Restlos gefallen konnte die Jenaer Mannschaft nur in der ersten Viertelstunde . Nachher traten wieder die alten Mängel zum Vorschein . Es müßte doch möglich sein , daß der Gaumeister auch bei einem solch harten Spiel die Zügel in die Hand bekommt und sein Spiel spielt . Gefallen konnte , daß sich der Gaumeister durch die Härte der Gäste nicht aus der Fassung bringen ließ und den Kampf mit dem Mann nicht scheute . Günther war erfreulich sicher , von den Verteidigern Hädicke etwas mehr ins Auge fallend . Bei den Läufern überragte Werner , Kleinsteuber verlor sich teilweise in Tändeleien , Harthaus war anfangs ballunsicher . Im Sturm wirkte König wieder mit . Seine Vorzüge konnten gerade bei diesem harten Spiel nicht so zur Geltung kommen . Doch hat sich König wieder gut eingeführt und wird nicht wieder entbehrt werden können . Schüßler war diesmal nicht schwächer , während Hymon sich und seiner guten Leistung treu blieb . Bachmann muß noch überlegter spielen . Schipphorst hatte einen schweren Stand , da seine Knieverletzung soeben erst ausgeheilt war und er Gefahr lief , sich wieder zu verletzten . Er setzte sich aber tapfer ein und gefiel durch sein ausgereiftes trickreiches Spiel .
Der Schiedsrichter Reich , Vimaria , wird selbst eingesehen haben , daß er nicht mitkam , so manches übersah und damit die Spieler zu unerlaubter Härte verleitete .
Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 9.11.1936
Spiele
- CV Magdeburg : SpVgg Erfurt 5:1
- Merseburg 99 : Vikt. 96 Magdeburg 2:0
- 1.SV Jena : Spfr. Halle 2:0
- Thüringen Weida : 1.FC Lauscha 4:0