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| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Gauliga Mitte Rückrunde |
| Saison | Saison 1936/1937 |
| Ansetzung | 1.SV Jena : 1.FC Lauscha |
| Ort | Stadion des 1.SV Jena |
| Zeit | So 17.01.1937 14:00 |
| Zuschauer | |
| Schiedsrichter | Hoffmann (Kahla) |
| Ergebnis | 2:1 (2:0) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellungen
- Jena
- Günther
- Hädicke , Schüßler
- Paul , Stannewitz , Kleinsteuber
- Stubenrauch , Schipphorst , König , Rötschke , Malter
- Lauscha
- Hähnlein
- Köhler , Greiner I
- Managotteria , Greiner II , Kirchner
- Eichhorn , Greiner-Sohn , Greiner-Mester , Büchner , Söllner
Spieldaten


Der 1.FC Lauscha hatte aus der Katastrophe des Vorsonntags seine Lehren gezogen und kämpfte in Jena von Beginn an , auf Torsicherung aufmerksamst bedacht , mit einem unbändigen Siegeswillen gegen einen ihm technisch hoch überlegenen Gegner , dem schließlich mit 2:1 ein unerwartet mager ausfallender Sieg glückte .
Aus dem Kicker vom 10.01.1937 von Leopold
Das Ergebnis dieses Sonntags : es bleibt alles beim alten . Mit dem knappen Sieg des Gaumeisters über Lauscha und dem überzeugenden 4:1 Dessaus über Weida beträgt der Abstand zwischen beiden Mannschaften an der Spitze nach wie vor drei Punkte . Der 24. Januar wird nun erst für den 1.SV Jena die Entscheidung darüber bringen , ob er als letzter Mitbewerber um den Titel ausscheidet . Und das tun die Jenaer , wenn sie in Dessau nicht den SV 05 schlagen . Die große Frage : das war die Aufstellung des 1.SV am Sonntag gegen Lauscha . Jena spielte mit vier Ersatzleuten gegenüber der Besetzung vom Vorsonntag . Die größte Ueberraschung war wohl das Wiederauftauchen von Stannewitz . Der Besuch : er war wieder recht gut ; jedoch nicht ganz so stark wie am Vorsonntag . Auch war die Stimmung nicht so erregt , die Anfeuerung nicht so groß . Der Schiedsrichter : Sportkamerad Hoffmann aus Kahla erfreulicherweise ohne Tadel und einwandfrei - so die rechte Ergänzung zu dem sehr anständig durchgeführten Kampf gebend . Der Boden machte es den Spielern durchaus nicht leicht . Der leichte Schneebelag und der Frost hatten eine richtige Eisbahn geschaffen . Mit ihr fand sich der 1.SV schneller ab , Lauscha hielt aber besser durch . So gab es ein anerkennenswert schnelles Spiel , das eine gute Technik Jenas und eine prächtige Ausdauer Lauschas offenbarte . Der Gaumeister hatte die erste Hälfte klar für sich , kämpfte mit größtem Einsatz jedes einzelnen und machte Lauschas Deckung recht nervös . Aber Pech im Torschuß ließ es nur zu einem 2:0 kommen . Nach dem Wechsel wurden die beisher nur mäßigen Lauschaer recht gefährlich , so daß Jenas Hintermannschaft schwere Arbeit zu leisten hatte . Zudem hielt Stannewitz nicht durch , so daß der Sturm nicht mehr so druckvoll spielte . Die Glasbläser : sie imponierten vor allem durch ihre Zähigkeit , die zum Schluß noch lange nicht geschwächt war . Im Spielaufbau sind die Wäldler recht unkompliziert , sie legen es auf Durchbruchstaktik an , mit Steilvorlagen , besonders an den sehr schnellen Rechtsaußen Söllner . Als dieser nach dem Wechsel bessere Laufbahn hatte , machte er Paul und Hädicke viel zu schaffen . Das Eckenverhältnis zeigt Jenas druckvolles Spiel , es stand 10:2 für den Gaumeister . Lauscha erzielte seine Ecken beim Stand von 8:0 bzw. 8:1 , also in der Zeit seines stärksten Drucks , nachdem das Ehrentor erzielt war . Die Tore : das erste ließ etwas auf sich warten . Erst nach 27 Minuten gab es ein prächtiges Zusammenspiel von Paul zu Stubenrauch-König-Rötschke , das der Soldat entschlossen ausnutzte . Eine Viertelstunde später täuschte König nach feinem Zuspiel prächtig und knallte eine Bombe direkt unter die Querlatte . Lauschas Tor fiel überraschend eine Minute nach Wiederbeginn bei einem Durchbruch , den Greiner-Mester mit erfolgreichem Torschuß abschloß . Gefährliche Augenblicke : nach der ersten Ecke köpfte Malter vor die Latte ! Nach einem Strafstoß fegte ein Schuß von Stannewitz knapp vorbei . Auf der Gegenseite konnte Paul dem Durchreißer Söllner den Ball vom Fuß schlagen . Und Kleinsteuber tat das gleiche bei Eichhorn . Beinahe totsicher war die Gelegenheit , als König mit seiner Eleganz fabelhaft allein durchging , aber bedrängt knapp danebenschoß . Einen Strafstoß köpfte Malter ganz dicht vorbei . Nach dem Wechsel spielte sich Stubenrauch öfter schön frei , ihm fehlte aber abschließend der entschlossene Torschuß . Einmal hatte der Student eine sehr gute Gelegenheit , zögerte jedoch zu lange . Der beste Spieler ? Diese Frage sollte eigentlich in solcher Form nicht gestellt werden . Jedoch sei bemerkt , daß Schüßler wieder recht angenehm auffiel . Dann müssen die beiden technisch hervorragenden Stürmer König und Rötschke hervorgehoben werden . König bewährte sich durchaus als Mittelstürmer , nur darf er nicht so eng spielen . In der Läuferreihe Jenas war Kleinsteuber wieder sehr sicher , desgleichen der Ersatz Paul . Bei den Lauschaern fiel Söllner natürlich heraus , doch sei die aufopfernde Arbeit der Läufer nicht weniger herausgehoben . Die Verteidigung wurde nach und nach immer besser . Im ganzen war Lauscha sehr ausgeglichen . Unser Wunsch : daß der 1.SV , der sich auch mit Ersatz sehr gut schlug , die schöne Form der ersten halben Stunde hätte behaupten können . Unsere Bitte : noch ist Dessau nicht Gaumeister , noch braucht der 1.SV bei seinem schweren Kampf vollsten Rückhalt . Deshalb über die Blauweißen nicht meckern , sondern sie am Sonntag in Dessau durch zahlreiche Schlachtenbummler anfeuern und stärken !
Bericht von W.M. in der jenaischen Zeitung vom 18.01.1937
Spiele
- SV 05 Dessau : Thüringen Weida 4:1 , 6.000 Z.
- 1.SV Jena : 1.FC Lauscha 2:1
- CV Magdeburg : Merseburg 99 4:1
- Spfr. Halle : SpVgg Erfurt 2:2