1938/1939 17. Spieltag: 1. FC Lauscha - 1. SV Jena 1:4

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Spieldaten
Wettbewerb Gauliga Mitte, 17. Spieltag
Saison Saison 1938/1939, Rückrunde
Ansetzung 1. FC Lauscha - 1. SV Jena
Ort Stadion des 1.SV in Jena[1]
Zeit 19.03.1939 15:00
Zuschauer 1.000
Schiedsrichter Tölke (Erfurt)
Ergebnis 1:4 (1:1)
Tore
  • 0:1 Bachmann (23.)
  • 1:1 Resch (40.)
  • 1:2 Bachmann (70.)
  • 1:3 Bachmann (75.)
  • 1:4 Ullrich (86.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Lauscha
Eichhorn
Managottera, Eichhorn
Köhler, Wagner, Tömper
Resch, Hähnlein, Beck, Söllner, Büchner

Trainer : Söllner

Jena
Ehrenfried Patzl
Hermann Schüßler, Walter Hädicke
Walter Paul, Heinz Werner, Kurt Beckert
Dempe, Hans Ullrich, Walter Bachmann, Ludwig König, Ludwig Hoffmann

Trainer : Rudolf Prokoph


Spielbericht

Glatter Jena-Sieg!

Mit 4:1 (1:1) behielt der erste Sportverein beide Punkte gegen den 1.FC Lauscha und trotz der Tordifferenz muß gesagt werden: Jenas Stürmer waren diesmal keine Helden im Torschuß. Denn bei dieser Überlegenheit, wie sie zeitweise bestand, hätten die Angriffsspieler Jenas noch mehr Treffer erzielen müssen. Als Jena nach dem Seitenwechsel den Wind im Rücken hatte, wurde sogar Mittelläufer Werner auf Halbrechts beordert, weil er streckenweise hinten ohne Arbeit geblieben wäre. Bei den Jenaern fehlte der grippekranke A. König. Für ihn wurde als Rechtsaußen Dempe aus der Reserve eingestellt. Als kurz vor der Pause Schüßler verletzt wurde, wechselten beide Spieler und da Dempe eigentlich Verteidiger ist, machte er hinten seine Sache sehr ordentlich, er wurde aber vor keine schwere Aufgabe gestellt. Die Lauschaer hatten nach dem Führungstreffer der Gastgeber ausgeglichen. Das Tor ging allerdings auf das Konto Schüßlers, der einen scharfen Ball ins eigene Tor funkte. Je länger der Kampf dauerte, um so größer wurde mitunter die Überlegenheit Jenas. Doch verteidigten die Gäste zeitweilig recht vielbeinig, so daß eine Katastrophe ausblieb. Daß der Kampf immer in den Grenzen des Erlaubten blieb, war der Verdienst des ausgezeichneten Erfurter Neutralen Tölke.

Bester Spieler: Paul Notiz : ab 43.Minute Tausch Schipphorst - Dempe

(Bericht im Kicker vom 21.März 1939)


Trotz des Tages der Wehrmacht hatte sich eine stattliche Zuschauermenge im Stadion eingefunden, um den Pflichtkampf gegen den 1. FC Lauscha zu sehen. Nun, es gab beiderseits keine Offenbarungen. Die Lauschaer waren unserer Meinung nach noch schlechter als Fortuna Magdeburg und boten höchstens eine Bezirksklassenleistung. Anzuerkennen ist allein der Eifer, der ihnen wenigstens das Ehrentor einbrachte. Sonst aber gelang es nur durch Verteidigung mit allen Kräften, eine höhere Niederlage zu vereiteln. Nach unseren Erfahrungen der letzten Spiele wird Lauscha mit 96 Halle im nächsten Jahre wieder Abstiegskandidat sein, und früher oder später wird es diese beiden Mannschaften packen, wie es auch die Spielvereinigung Erfurt nicht verschont hat. Doch auch mit dem 1. SV Jena war am Sonntag nicht viel los. Nach diesem Spiel wird uns die Niederlage in Steinach verständlicher. Gewiß, es fehlte Alex König auf Rechtsaußen, und es dauerte lange, bis Dempe von dort den Weg in die Verteidigung gefunden hatte, wo er ja sonst steht, und es war ein unnützer Umweg, daß sich Schüßler erst als Mittelläufer und Werner als Halbstürmer versuchten. Erst als Schüßler, veranlaßt durch eine Verletzung, nach Rechtsaußen ging, kamen saubere, auf den Mann gespielte Flanken herein, die gefährlich waren. Es darf doch, um auf das Wesentliche zu kommen, bei einer Mannschaft von der Qualität des 1. SV Jena nicht passieren, daß es so lange dauert, bis die massierte Deckung der Lauschaer geöffnet wurde, ebenso wie am Vorsonntag eine Anpassung an den Boden in Steinach nicht gelingen wollte. Das sind taktische Mängel, die zeigen, daß zwei hohe Siege noch lange nicht Ebenbürtigkeit mit dem Gaumeister bedeuten, wie es eine übereifrige Fachpresse wahrhaben wollte. Mag es sein, wie es will, und wenn auch Ullrich diesmal besonders abfiel, das ändert nichts daran, daß die ganze Mannschaft lasch spielte, als interessiere sie die Punktspiele nicht mehr. Was gefummelt und schlecht geschossen wurde, war doch reichlich viel. Dabei merkte man an allen Ecken und Enden die Ueberlegenheit der Jenaer, nicht nur am Eckenverhältnis von 13:3, - aber das konnte diesmal nur bei einem guten Zwischenspurt der zweiten Halbzeit ausgenutzt werden. Immer wieder ging es auf die volle Deckung, immer wieder wurde ein Mann angeschossen, - es war wirklich nicht erhebend. Das 4:1 klingt ja ganz annehmbar, und es waren auch schöne Tore. Aber muß dazu erst ein Verteidiger vorgehen und neben Werner zeigen, wie zugespielt und gebombt wird. Schüßler erinnerte uns diesmal an das Spiel im Berliner Hertha-Stadion, wo er auch der Mitte-B-Elf vormachte, wie gestürmt wird. Und diesmal war er noch dazu verletzt. Wir wollen damit sagen, daß uns der Jenaer Sturm diesmal nicht gefiel, gleich, ob es Hoffmann, König, Bachmann oder Ullrich war. Ansonsten war alles wieder in Ordnung, wobei das gute Spiel von Paul vermerkt sei, der am meisten Drang aufs Tor offenbarte! Werner gehört eben doch in die Mannschaftsmitte und leistet hier die wertvollste Arbeit. Der Spielverlauf war nicht erhebend. Jena drängte, kam aber erst nach 23 Minuten durch Bachmann zum ersten Tor, der einen Eckstoß von Ullrich hoch ins Tor köpfte. Da die Jenaer Deckung zu leichtsinnig spielte, kam der Rechtsaußen Lauschas frei an den Ball, konnte durchgehen und in die lange Ecke zum Ehrentor einschießen. Nach dem Wechsel hatte Lauscha mit seinem Betonsystem entschieden Glück und konnte weitere in der Luft liegende Treffer verhüten. Da gab es in der 70. Minute (!) einen schönen Kombinationszug Werner-Schüßler-Bachmann, der durch diesen das zweite Tor einbrachte. Es war eine Prachtvorlage Schüßlers an seinen Mittelstürmer. Schon vier Minuten später war es Werner, der Bachmann mit einer Vorlage einsetzte, die das dritte Tor und Jenas Mittelstürmer den hat-trick einbrachte. Dabei schien es zu bleiben, doch schoß Ullrich vier Minuten vor Schluß noch Nummer Vier, als ein von Hoffmann gut getretener und gewehrter Eckball dem blonden Jenaer vor die Füße kam. Also endete dieser Kampf äußerlich noch zufriedenstellend. Wie die Zuschauer dachten, zeigte sich darin deutlich, daß diese zu Lauscha überzugehen gewillt waren. Vox populi...


(Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 20.03.1939)

Weitere Spiele

  • CV Magdeburg : Fortuna Magdeburg 5:2 , 3.000 Z.
  • Merseburg 99 : SpVgg Erfurt 1:2 , 250 Z.
  • VfL 96 Halle : FC Thüringen Weida 1:0 , 600 Z.
  1. Das Spiel wurde wegen der Platzsperre in Lauscha in Jena ausgetragen.