Lutz Lindemann: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Lutz Lindemann''' (* 13. Juli 1949 in Halberstadt) ist ein ehemaliger Spieler und ehemaliger Präsident des [[FC Carl Zeiss Jena]].
 
In seiner Jugend spielte Lindemann bei Aufbau/Empor Halberstadt und dem [[1. FC Magdeburg]]. 1967 wechselte er zur [[BSG Motor Nordhausen]] und kam so schließlich 1971 zum [[FC Rot-Weiß Erfurt]].  


== Lindemann als Spieler des FCC ==
== Lindemann als Spieler des FCC ==
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[[Saison 1977/1978|Im Jahre 1977]] wechselte er zum [[FC Carl Zeiss Jena]], wo er bis zu seinem Karriereende [[Saison 1980/1981|1981]] spielte und seine größten Erfolge feierte. In der [[DDR-Oberliga]] bestritt Lindemann 205 Spiele und erzielte dabei 42 Tore. Am 7. September 1977 gab er beim 1:0 gegen Schottland in Berlin sein Debüt in der [http://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fballnationalmannschaft_der_DDR Fußballnationalmannschaft der DDR]. Drei Jahre später absolvierte er in Leipzig gegen Spanien (0:0) sein letztes Länderspiel. Insgesamt trug er 21 mal das Trikot der DDR-Nationalelf und erzielte dabei zwei Tore. Mit den Jenaern erreichte er [[1980/1981 ECII 9. Spiel: Dynamo Tiflis - FC Carl Zeiss Jena 2:1|1981 das Finale um den Europapokal der Pokalsieger]].
[[Saison 1977/1978|Im Jahre 1977]] wechselte er zum [[FC Carl Zeiss Jena]], wo er bis zu seinem Karriereende [[Saison 1980/1981|1981]] spielte und seine größten Erfolge feierte. In der [[DDR-Oberliga]] bestritt Lindemann 205 Spiele und erzielte dabei 42 Tore. Am 7. September 1977 gab er beim 1:0 gegen Schottland in Berlin sein Debüt in der [http://de.wikipedia.org/wiki/Fußballnationalmannschaft_der_DDR Fußballnationalmannschaft der DDR]. Drei Jahre später absolvierte er in Leipzig gegen Spanien (0:0) sein letztes Länderspiel. Insgesamt trug er 21 mal das Trikot der DDR-Nationalelf und erzielte dabei zwei Tore. Mit den Jenaern erreichte er [[1980/1981 ECII 9. Spiel: Dynamo Tiflis - FC Carl Zeiss Jena 2:1|1981 das Finale um den Europapokal der Pokalsieger]].


Für den FC Carl Zeiss Jena bestritt Lutz Lindemann 121 Pflichtspiele und erzielte dabei 23 Tore (DDR-Oberliga: 90/14, [[FDGB-Pokal]]: 10/2, [[Europapokal]]: 21/7).
Für den FC Carl Zeiss Jena bestritt Lutz Lindemann 121 Pflichtspiele und erzielte dabei 23 Tore (DDR-Oberliga: 90/14, [[FDGB-Pokal]]: 10/2, [[Europapokal]]: 21/7).


== Lindemann als Trainer und Manager ==
== Lindemann nach seiner aktiven Spielerkarriere ==
[[Bild:Lutz_Lindemann.jpg|right|thumb|150px|]]
Nach seiner aktiven Karriere war Lutz Lindemann von 1983 bis 1989 Trainer bei Fortschritt Weida und ging später zurück nach Jena, wo er als Mannschaftsleiter arbeitete. Von 1992 bis 1995 war Lindemann Trainer beim [[FC Erzgebirge Aue]] und danach Manager bei den Veilchen. Nach dem Rauswurf von Ralf Minge übernahm er zusätzlich von April 1996 bis Juni 1998 erneut den Trainerposten in Aue. Ab Juli 1998 bis 2003 war Lindemann dann nur noch als Manager in Aue tätig. Von 2004 bis 2006 war Lindemann Manager beim [[Hallescher FC Chemie|Halleschen FC]] und war dort zwischenzeitlich für sieben Monate auch Trainer.
Nach seiner aktiven Karriere war Lutz Lindemann von 1983 bis 1989 Trainer bei Fortschritt Weida und ging später zurück nach Jena, wo er als Mannschaftsleiter arbeitete. Von 1992 bis 1995 war Lindemann Trainer beim [[FC Erzgebirge Aue]] und danach Manager bei den Veilchen. Nach dem Rauswurf von Ralf Minge übernahm er zusätzlich von April 1996 bis Juni 1998 erneut den Trainerposten in Aue. Ab Juli 1998 bis 2003 war Lindemann dann nur noch als Manager in Aue tätig. Von 2004 bis 2006 war Lindemann Manager beim [[Hallescher FC Chemie|Halleschen FC]] und war dort zwischenzeitlich für sieben Monate auch Trainer.


Seit 2006 ist Lutz Lindemann Chefscout des FC Carl Zeiss Jena und seit 28. Januar 2007 Sportlicher Leiter.
Von Sommer 2006 bis Juli 2008 war Lutz Lindemann Chefscout des FC Carl Zeiss Jena und vom 28. Januar bis 22. Dezember 2007 war er auch als Sportlicher Leiter beim FCC tätig.
 
Im September 2009 wurde Lindemann ehrenamtliches Vorstandsmitglied bei [[Sportfreunde Siegen]] und Verantwortlicher für die Jugendarbeit. Einen Monat später hat man ihm die Zuständigkeit für den kompletten sportlichen Bereich übertragen. Im März 2010 übernahm er außerdem (kommissarisch) den Posten des Vorstandsvorsitzenden. Zum 30. Juni 2013 hat er seine Tätigkeit in Siegen beendet.
 
Zu Beginn der [[Saison 2013/2014]] wurde Lutz Lindemann Sportlicher Leiter beim [[FC Viktoria 1889 Berlin]]. Anfang April 2014 kehrte er nach Jena zurück, übernahm das Amt des [[Präsident|Präsidenten]] und gleichzeitig das des Sportlichen Leiters. Ab der [[Saison 2015/2016]] übernahm er außerdem das Amt des zweiten Geschäftsführer in der Spielbetriebs GmbH, nachdem [[Roy Stapelfeld]] eine neue Herausforderung beim [[FC Augsburg]] suchte.
 
Am 1. März 2016 verkündete Lindemann seinen Rücktritt als Geschäftsführer der FC Carl Zeiss Jena Fußball Spielbetriebs GmbH. Zudem trat er von der Position des Sportlichen Leiters zurück. Er erklärte in diesem Zusammenhang: ''"Ich habe eine Entscheidung getroffen - für mich persönlich aber in allererster Linie für den Verein. Ihn und seinen Fortbestand zu schützen, ist die oberste Prämisse. Wenn es dazu einer personellen Veränderung auf der Geschäftsführerposition bedarf, kann ich dem nicht im Wege stehen. Die Abgabe der Verantwortung für den Sport schmerzt mich, aber sie ist konsequent. Alles andere würde unnötiges Konfliktpotenzial in sich tragen und wäre somit kontraproduktiv. Das Präsidentenamt jedoch werde ich ordnungsgemäß bis zur nächsten Mitgliederversammlung weiter bekleiden."''
 
Im Sommer 2016 heuerte Lindemann als Trainer und Sportdirektor beim [https://de.wikipedia.org/wiki/FC_Prishtina FC Prishtina] im Kosovo an. Er war dem FC Prishtina aus Kreisen der Deutschen Fußball Liga für die Aufgabe auf dem Balkan empfohlen worden. Bei dem Projekt engagiert sich auch der Zweitligist [[SpVgg Greuther Fürth]].
 
Ab 2018 verpflichte der [http://www.mdr.de MDR] Lindemann als Fußball-Experten.
 
 
==Der Pilzsammler mit der Schleifhexe==
''Im Spätsommer 2019 war Jenas Ex-Nationalspieler Lutz Lindemann zu einer Lesung seines Buches "Optimist aus Leidenschaft - mein Leben!" in Rostock. Ich rekapitulierte seinerzeit im "Ostsee-Anzeiger" wie folgt:''
 
Damals, als unter den Fußballern in der Kabine noch das schroffe Wort den Teampsychologen ersetzte, da sprach der Trainer zu Lutz Lindemann nach einer Partie, er habe auf dem Rasen zehn Akteure und einen Pilzsammler gesehen … Diese Anekdote gab Lindemann mit der ausdruckslosen Mimik eines Nachrichtensprechers zu Gehör, als er neulich mit der Lesung seines Buches "Optimist aus Leidenschaft - mein Leben!" im Presseraum des Ostseestadions gastierte. Der 21-fache EX-Nationalspieler hatte zwei wichtige Personen im Schlepptau: Seine Monika ("Ohne sie hätte ich es nie geschafft", so Lindemann), die in nunmehr 50 Jahren die Kapriolen des Mannes lässig ertrug und erträgt ("Es ist ihr gut bekommen, das sehe ich von hier"). Die zierliche Frau, die sich dezent im Hintergrund hielt, war an diesem Abend Lindemanns (und er sagt immer noch "Liebling" zu ihr) personifizierter roter Faden. Auf dem Podium neben "Linde" saß Frank Willmann. Der Journalist hatte vor ein paar Jahren den im Kosovo tätigen Lindemann getroffen, sich als Jenaer Fußballfan geoutet, "Linde" zum Fußballgott erkoren und den derart Hofierten zu einem Buch animiert. Lindemann sagt dazu: "Umschleimt!" Oder so. Ein Jahr intensive Arbeit und Willmanns Tun bekam vor Gottes Gnaden Anerkennung: "Formulieren kann er gut." Willmann las Passagen. Kunstpause - und Lindemann haute mit einem Blick ins Nirwana die Anekdoten raus. Das tumbe Sportfunktionäre ihn, den Jungdachs beim [[1. FC Magdeburg]] anno 1967, rigoros vom Spielbetrieb sperrten, weil er illegal (!) bei [[Eisenhüttenstädter FC Stahl|Stahl Eisenhüttenstadt]] anheuern wollte. Dass er stattdessen in seiner Heimatstadt beim Reichsbahnausbesserungswerk Halberstadt "in Lederschürze und mit Handschuhen die Schleifhexe schwang das mir die Hände zitterten". Fußballerkarriere klang anders und sah auch so aus. Mochte die seelische Pein (und die körperliche kam mit zwei gerissenen Menisken später ja noch dazu) groß sein - "Linde" stand wie ein Baum. Talentiert war er immer, sein Ehrgeiz pflügte ihm die Rasen frei. Nordhausen ("Schöne Zeit"), Erfurt, Jena. Der berühmte FC Carl Zeiss. Da leuchteten bei Willmann die Augen. Jenas große Trainerlegende [[Hans Meyer]] war auch nicht frei von Schwächen. "Wenn wir bei seinen elendig langen Analysen einzunicken drohten, dann schmiss der mit einem riesigen Schlüsselbund - der Hans kam offenbar überall rein - über die Tische. Einmal flog es einem jungen Spieler an die Brust. Den mussten wir wiederbeleben", verriet Lindemann treuherzig. Vier Jahre Jena, eine Karriere wie ein Kompressor: Pokalsieg, Vizemeisterschaft, Europapokalfinalist, 21 Länderspiele. "Ich habe mich nie geduckt", versichert "Linde". So trugen seine zuweilen derbe Repliken an Funktionäre und Staat auch dazu bei, dass er 1983 einen zehnwöchigen Erlebniskurs bei der NVA absolvierte. Doch Lindemann war (ist) Fußballer mit Leib und Seele. Immer und überall. In Aue etwa. Zwei Hansa-Strategen ([[Ronny Thielemann]] und Jörg "Jockel" Hahnel, die im Auditorium saßen) hatte er vor Jahren dort entdeckt: "Lindes" Eloge: "Gute Jungs!" Heutzutage kommentiert Lindemann für das MDR-Fernsehen den Drittliga-Fußball. "Ich kriege dafür manchmal böse Mails", erklärt er lächelnd. Damals war alles anders. Das wusste auch Monika.  
 
--[[Horst F]]
 


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Aktuelle Version vom 30. März 2025, 14:07 Uhr

Lutz Lindemann

Lutz Lindemann (2007)
Informationen
Geburtstag 13. Juli 1949
Geburtsort Halberstadt, Deutschland
Position Mittelfeldspieler
Spiele für den FCC1
Wettbewerb Spiele Tore
DDR-Oberliga
FDGB-Pokal
Europapokal
90
10
21
14
02
07


 1Stand: 25. September 2009


Lutz Lindemann (* 13. Juli 1949 in Halberstadt) ist ein ehemaliger Spieler und ehemaliger Präsident des FC Carl Zeiss Jena.

In seiner Jugend spielte Lindemann bei Aufbau/Empor Halberstadt und dem 1. FC Magdeburg. 1967 wechselte er zur BSG Motor Nordhausen und kam so schließlich 1971 zum FC Rot-Weiß Erfurt.

Lindemann als Spieler des FCC

Im Jahre 1977 wechselte er zum FC Carl Zeiss Jena, wo er bis zu seinem Karriereende 1981 spielte und seine größten Erfolge feierte. In der DDR-Oberliga bestritt Lindemann 205 Spiele und erzielte dabei 42 Tore. Am 7. September 1977 gab er beim 1:0 gegen Schottland in Berlin sein Debüt in der Fußballnationalmannschaft der DDR. Drei Jahre später absolvierte er in Leipzig gegen Spanien (0:0) sein letztes Länderspiel. Insgesamt trug er 21 mal das Trikot der DDR-Nationalelf und erzielte dabei zwei Tore. Mit den Jenaern erreichte er 1981 das Finale um den Europapokal der Pokalsieger.

Für den FC Carl Zeiss Jena bestritt Lutz Lindemann 121 Pflichtspiele und erzielte dabei 23 Tore (DDR-Oberliga: 90/14, FDGB-Pokal: 10/2, Europapokal: 21/7).

Lindemann nach seiner aktiven Spielerkarriere

Nach seiner aktiven Karriere war Lutz Lindemann von 1983 bis 1989 Trainer bei Fortschritt Weida und ging später zurück nach Jena, wo er als Mannschaftsleiter arbeitete. Von 1992 bis 1995 war Lindemann Trainer beim FC Erzgebirge Aue und danach Manager bei den Veilchen. Nach dem Rauswurf von Ralf Minge übernahm er zusätzlich von April 1996 bis Juni 1998 erneut den Trainerposten in Aue. Ab Juli 1998 bis 2003 war Lindemann dann nur noch als Manager in Aue tätig. Von 2004 bis 2006 war Lindemann Manager beim Halleschen FC und war dort zwischenzeitlich für sieben Monate auch Trainer.

Von Sommer 2006 bis Juli 2008 war Lutz Lindemann Chefscout des FC Carl Zeiss Jena und vom 28. Januar bis 22. Dezember 2007 war er auch als Sportlicher Leiter beim FCC tätig.

Im September 2009 wurde Lindemann ehrenamtliches Vorstandsmitglied bei Sportfreunde Siegen und Verantwortlicher für die Jugendarbeit. Einen Monat später hat man ihm die Zuständigkeit für den kompletten sportlichen Bereich übertragen. Im März 2010 übernahm er außerdem (kommissarisch) den Posten des Vorstandsvorsitzenden. Zum 30. Juni 2013 hat er seine Tätigkeit in Siegen beendet.

Zu Beginn der Saison 2013/2014 wurde Lutz Lindemann Sportlicher Leiter beim FC Viktoria 1889 Berlin. Anfang April 2014 kehrte er nach Jena zurück, übernahm das Amt des Präsidenten und gleichzeitig das des Sportlichen Leiters. Ab der Saison 2015/2016 übernahm er außerdem das Amt des zweiten Geschäftsführer in der Spielbetriebs GmbH, nachdem Roy Stapelfeld eine neue Herausforderung beim FC Augsburg suchte.

Am 1. März 2016 verkündete Lindemann seinen Rücktritt als Geschäftsführer der FC Carl Zeiss Jena Fußball Spielbetriebs GmbH. Zudem trat er von der Position des Sportlichen Leiters zurück. Er erklärte in diesem Zusammenhang: "Ich habe eine Entscheidung getroffen - für mich persönlich aber in allererster Linie für den Verein. Ihn und seinen Fortbestand zu schützen, ist die oberste Prämisse. Wenn es dazu einer personellen Veränderung auf der Geschäftsführerposition bedarf, kann ich dem nicht im Wege stehen. Die Abgabe der Verantwortung für den Sport schmerzt mich, aber sie ist konsequent. Alles andere würde unnötiges Konfliktpotenzial in sich tragen und wäre somit kontraproduktiv. Das Präsidentenamt jedoch werde ich ordnungsgemäß bis zur nächsten Mitgliederversammlung weiter bekleiden."

Im Sommer 2016 heuerte Lindemann als Trainer und Sportdirektor beim FC Prishtina im Kosovo an. Er war dem FC Prishtina aus Kreisen der Deutschen Fußball Liga für die Aufgabe auf dem Balkan empfohlen worden. Bei dem Projekt engagiert sich auch der Zweitligist SpVgg Greuther Fürth.

Ab 2018 verpflichte der MDR Lindemann als Fußball-Experten.


Der Pilzsammler mit der Schleifhexe

Im Spätsommer 2019 war Jenas Ex-Nationalspieler Lutz Lindemann zu einer Lesung seines Buches "Optimist aus Leidenschaft - mein Leben!" in Rostock. Ich rekapitulierte seinerzeit im "Ostsee-Anzeiger" wie folgt:

Damals, als unter den Fußballern in der Kabine noch das schroffe Wort den Teampsychologen ersetzte, da sprach der Trainer zu Lutz Lindemann nach einer Partie, er habe auf dem Rasen zehn Akteure und einen Pilzsammler gesehen … Diese Anekdote gab Lindemann mit der ausdruckslosen Mimik eines Nachrichtensprechers zu Gehör, als er neulich mit der Lesung seines Buches "Optimist aus Leidenschaft - mein Leben!" im Presseraum des Ostseestadions gastierte. Der 21-fache EX-Nationalspieler hatte zwei wichtige Personen im Schlepptau: Seine Monika ("Ohne sie hätte ich es nie geschafft", so Lindemann), die in nunmehr 50 Jahren die Kapriolen des Mannes lässig ertrug und erträgt ("Es ist ihr gut bekommen, das sehe ich von hier"). Die zierliche Frau, die sich dezent im Hintergrund hielt, war an diesem Abend Lindemanns (und er sagt immer noch "Liebling" zu ihr) personifizierter roter Faden. Auf dem Podium neben "Linde" saß Frank Willmann. Der Journalist hatte vor ein paar Jahren den im Kosovo tätigen Lindemann getroffen, sich als Jenaer Fußballfan geoutet, "Linde" zum Fußballgott erkoren und den derart Hofierten zu einem Buch animiert. Lindemann sagt dazu: "Umschleimt!" Oder so. Ein Jahr intensive Arbeit und Willmanns Tun bekam vor Gottes Gnaden Anerkennung: "Formulieren kann er gut." Willmann las Passagen. Kunstpause - und Lindemann haute mit einem Blick ins Nirwana die Anekdoten raus. Das tumbe Sportfunktionäre ihn, den Jungdachs beim 1. FC Magdeburg anno 1967, rigoros vom Spielbetrieb sperrten, weil er illegal (!) bei Stahl Eisenhüttenstadt anheuern wollte. Dass er stattdessen in seiner Heimatstadt beim Reichsbahnausbesserungswerk Halberstadt "in Lederschürze und mit Handschuhen die Schleifhexe schwang das mir die Hände zitterten". Fußballerkarriere klang anders und sah auch so aus. Mochte die seelische Pein (und die körperliche kam mit zwei gerissenen Menisken später ja noch dazu) groß sein - "Linde" stand wie ein Baum. Talentiert war er immer, sein Ehrgeiz pflügte ihm die Rasen frei. Nordhausen ("Schöne Zeit"), Erfurt, Jena. Der berühmte FC Carl Zeiss. Da leuchteten bei Willmann die Augen. Jenas große Trainerlegende Hans Meyer war auch nicht frei von Schwächen. "Wenn wir bei seinen elendig langen Analysen einzunicken drohten, dann schmiss der mit einem riesigen Schlüsselbund - der Hans kam offenbar überall rein - über die Tische. Einmal flog es einem jungen Spieler an die Brust. Den mussten wir wiederbeleben", verriet Lindemann treuherzig. Vier Jahre Jena, eine Karriere wie ein Kompressor: Pokalsieg, Vizemeisterschaft, Europapokalfinalist, 21 Länderspiele. "Ich habe mich nie geduckt", versichert "Linde". So trugen seine zuweilen derbe Repliken an Funktionäre und Staat auch dazu bei, dass er 1983 einen zehnwöchigen Erlebniskurs bei der NVA absolvierte. Doch Lindemann war (ist) Fußballer mit Leib und Seele. Immer und überall. In Aue etwa. Zwei Hansa-Strategen (Ronny Thielemann und Jörg "Jockel" Hahnel, die im Auditorium saßen) hatte er vor Jahren dort entdeckt: "Lindes" Eloge: "Gute Jungs!" Heutzutage kommentiert Lindemann für das MDR-Fernsehen den Drittliga-Fußball. "Ich kriege dafür manchmal böse Mails", erklärt er lächelnd. Damals war alles anders. Das wusste auch Monika.

--Horst F